40. Deutsche Jugendmeisterschaften: Zwei Frau...
40. Deutsche Jugendmeisterschaften

Zwei Frauen aus dem Südwesten und ein Koch aus dem Norden räumen ab

DEHOGA/Thomas Fedra
Für sie ging ein Traum in Erfüllung: Hotelfachfrau Alina Kellner (links) und Restaurantfachfrau Ilona Maier, beide aus Baden-Württemberg, sowie Ove Wülken, Koch aus Schleswig-Holstein, sind die Deutschen Jugendmeister 2019
Für sie ging ein Traum in Erfüllung: Hotelfachfrau Alina Kellner (links) und Restaurantfachfrau Ilona Maier, beide aus Baden-Württemberg, sowie Ove Wülken, Koch aus Schleswig-Holstein, sind die Deutschen Jugendmeister 2019

Strahlende Gesichter beim Jubiläum auf dem Petersberg. DEHOGA-Präsident Zöllick lobt das hohe Niveau und fordert mehr Wertschätzung für die Branche. Baden-Württemberg holt Mannschaftsgold.

40. Deutsche Jugendmeisterschaften: Zwei Frauen aus dem Südwesten und ein Koch aus dem Norden räumen ab



KÖNIGSWINTER. Deutschlands Gastgewerbenachwuchs zeigt sich in Höchstform: Ein ganzes Wochenende lang wetteiferten die besten 51 angehenden Köche, Restaurantfachleute und Hotelfachleute aus der gesamten Republik in Königswinter bei Bonn um die höchsten Platzierungen. Jetzt stehen die Deutschen Jugendmeister 2019 fest.

Im Ausbildungsberuf Hotelfachmann/-frau siegte Alina Kellner vom Ringhotel Krone Schnetzenhausen in Friedrichshafen, Baden-Württemberg. Die Goldmedaille bei den Restaurantfachleuten ging ebenfalls nach Baden-Württemberg und zwar an Ilona Maier vom Hotel Bareiss im Schwarzwald in Baiersbronn.

Bei den Köchen erkämpfte sich Ove Wülfken vom Ringhotel Birke in Kiel, Schleswig-Holstein, den ersten Platz. "Ich war mir unsicher, ob es gereicht hat. In der Theorie ist es bei mir nichts so gut gelaufen.  Wahrscheinlich habe ich die Punkte in der Praxis geholt", sagt der Goldkoch. Und auch die beiden Gewinnerin aus Baden-Württemberg zeigen sich stolz: "Ich hatte während des Wettbewerbs einfach unheimlich viel Spaß", so Hotelfachfrau Kellner und Restaurantfachfrau Maier ergänzt: "Bei mir war es schon knapp. Aber ich war mit meinen Leistungen selbst zufrieden, was für mich das Wichtigste ist."

Die Wettbewerbsteilnehmer der 40. Deutschen Jugendmeisterschaften in den gastgewerblichen Ausbildungsberufen hatten sich zuvor in bundesweit stattfindenden Landesmeisterschaften, organisiert von den 17 DEHOGA-Landesverbänden, qualifiziert. Die drei Landessieger in jedem Fach bildeten eine Mannschaft.

Mit zwei Goldmedaillen und einer Silbermedaille siegte Baden-Württemberg in der Teamwertung.

„Kein Wettbewerb der Branche hat solche Strahlkraft und Bedeutung wie die Jugendmeisterschaften“, sagte Guido Zöllick, Präsident des DEHOGA Bundesverbands, bei der Siegerehrung im Steigenberger Grandhotel & Spa Petersberg vor 350 geladenen Gästen. „Seit nunmehr 40 Jahren setzen die Deutschen Jugendmeisterschaften Maßstäbe und machen Lust auf Leistung.“

Zöllick: „Nachwuchsförderung ist Zukunftssicherung.“

Die Teilnehmer seien „erstklassige, megasympathische Botschafter für die Branche der Gastlichkeit und für die Berufsausbildung in unserem Land“. Den jungen Köchen, Restaurant- und Hotelfachleuten gratulierte Zöllick mit den Worten: „Sie sind die Besten der Besten. Wer es auf den Petersberg geschafft hat, wird es überall schaffen.“ Alle Teilnehmer könnten zu Recht stolz sein auf ihre Leistung. Sie hätten ihre Begabung für die Branche, ihr Können und ihren Leistungswillen eindrucksvoll demonstriert. „Das Gastgewerbe ist die Branche Ihrer Chance“, rief Zöllick den Nachwuchstalenten zu.

„Auf Sie warten echte Traumjobs. Garantiert ohne Langeweile und Stillstand, stattdessen mit spannenden Tätigkeiten, tollen Entfaltungsmöglichkeiten und hervorragenden Perspektiven“. Die Jugendmeisterschaften lieferten zudem den Beleg, dass sich die Investitionen in die Ausbildungsqualität lohnten, hob Zöllick hervor. Er dankte den Eltern der Teilnehmer für die Wegbegleitung ihrer Kinder und den Ausbildungsbetrieben für ihr vorbildhaftes Engagement. 

An die Branche appellierte er, bei den Anstrengungen für eine attraktive und zukunftsfähige Ausbildung nicht nachzulassen. Von der Politik wünschte sich der DEHOGA-Präsident in Zeiten des Fachkräftemangels und zunehmender Akademisierung „mehr öffentliche Unterstützung für die Berufsausbildung, Anerkennung für den Einsatz der Ausbildungsbetriebe sowie insgesamt mehr Wertschätzung für das Gastgewerbe“. Zöllick betonte die wachsende wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung der Branche, die wie keine zweite für Lebensqualität, Vielfalt und Genuss stehe und einen wertvollen Beitrag zum sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft leiste.

Zum 40-jährigen Bestehen des Wettbewerbs fand auch ein Talk mit früheren Teilnehmern der Jugendmeisterschaften statt. Auf der Bühne: Steigenberger-Chef Thomas Willms,  Holger Lemke, Präsident vom DEHOGA Lippe, die letztjährige Gewinnerin bei den Hotelfachfrauen Katharina Klinger und Stefanie Schwabe, die 2014 für Thüringen teilgenommen hat. Zu den angehenden Nachwuchskräften sagt Klinger: "Sucht Euch tolle Unternehmen aus, die das was ihr tut, auch wertschätzen. Unternehmer, die die Leistungen der Jugendmeisterschaften anerkennen." Und Willms, der im Jahr 1981 für den Kellnerberuf teilgenommen, aber nicht gewonnen hat, richtet tröstende Worte an die weiter hinten platzierten Teilnehmer: "Sie sehen, auch wenn man nicht gewinnt, kann man trotzdem Karriere machen."

Der Gastgewerbenachwuchs hatte vom 27. Oktober bis 28. Oktober gezeigt, was in ihm steckt. In den Räumlichkeiten des runderneuerten Steigenberger Grandhotels hoch über dem Rhein herrschte Wettkampfstimmung und Nervenkitzel pur. Die Teilnehmer waren aufgerufen, ihr theoretisches Wissen als auch ihr praktisches Können unter Beweis zu stellen. Außer den schriftlichen Arbeiten und der Warenerkennung gehörten zu den Wettkampfaufgaben je nach Ausbildungsberuf das Zubereiten von Speisen, das Mixen von Cocktails, das Gestalten von Speisekarten, das Eindecken von Tafeln, das Erarbeiten von Konzepten oder das Führen von Rezeptions- und Verkaufsgesprächen. „Die Wettbewerbsaufgaben sind anspruchsvoll“, sagt Wettkampfleiterin Eva-Maria Rühle. In diesem Jahr hatte jeder Teilnehmer sein eigenes Equipment dabei.  „Viele sind mit großen Koffern und Wannen angereist, um auf alles vorbereitet zu sein. Von Eismaschine bis Tranchierbrett hatten wir alles dabei.“ Rühle zeigt sich sichtlich stolz: „Das sind wahnsinnig ehrgeizige und tolle junge Leute, die hier an den Wettbewerben teilnehmen“, sagt sie und ergänzt: „Wenn es dann mal nicht so gut läuft, fließen auch Tränen.“ Das festliche Abendessen am Sonntag bildete den Höhepunkt des Wettbewerbs. Jeder Koch musste aus einem vorgegebenen Warenkorb ein 4-Gänge-Menü für zehn Personen kreieren. Die Restaurant- und Hotelfachleute hatten dafür die Tische fachkundig eingedeckt und dekoriert. Sie begleiteten die Gäste durch den Abend und servierten gekonnt Speisen und Getränke.

Träger der Deutschen Jugendmeisterschaften sind außer dem DEHOGA Bundesverband der Verband der Köche Deutschlands (VKD), der Verband der Servicefachkräfte, Restaurant- und Hotelmeister (VSR) sowie das Brillat Savarin Kuratorium der FBMA-Stiftung. Unterstützt werden die Meisterschaften von namhaften Förderern aus der Branche sowie der gastgewerblichen Zulieferindustrie.

Die Besten ihres Fachs bei den Deutschen Jugendmeisterschaften 2019

Hotelfachmann/-frau

1. Alina Kellner

Ringhotel Krone Schnetzenhausen, Friedrichshafen (Baden-Württemberg)

2. Anna Theresa Albrecht

Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski München (Bayern)

3. Claudia Zöllner

Dorint Hotel am Goethepark, Weimar (Thüringen)

Restaurantfachmann/-frau

1. Ilona Maier

Hotel Bareiss im Schwarzwald, Baiersbronn (Baden-Württemberg)

2. Steffi Runge

Restaurant Rauchfang Oldenhöfen, Scheeßel (Niedersachsen)

3. Amanda Hergl

Hotel Kandler, Notzing (Bayern)

Koch/Köchin

1. Ove Wülfken

Ringhotel Birke, Kiel (Schleswig-Holstein)

2. Viktoria Lund

Brenners Park-Hotel & Spa, Baden-Baden (Baden-Württemberg)

3. Aaron Germer

Travel Charme Gothisches Haus Wernigerode, Wernigerode (Sachsen-Anhalt)

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