Zwischenruf

Laut werden hilft

Salome Roessler
Boris Tomic: Chefredakteur der dfv Hotel- und Gastromedien
Boris Tomic: Chefredakteur der dfv Hotel- und Gastromedien

Geschlossen hatten wichtige Akteure der Hospitality-Branche an die Politik appelliert, unter anderem zu schnellerem Handeln und mehr Hilfen für die Branche. Mit Erfolg, findet Hotel- und Gastromedien-Chefredakteur Boris Tomic.

Nun, es wäre sicher vermessen zu glauben, dass die plötzliche Aktivität der Regierung in Sachen schnellere Einführung der Gas- und Strompreisbremse allein der brillanten Initiative von namhaften Hoteliers und Gastronomen geschuldet sei.

Aber offensichtlich hat die Aktion ihren Anteil am Ganzen gehabt. Kanzleramtsminister Wolfgang Schmidt hat nun persönlich auf den Appell geantwortet und versprach, "die Hinweise zur Situation an die fachlich zuständigen Kollegen im Kanzleramt" weiterzugeben und sich zu kümmern.

Wir erinnern uns: Die Lage sei wieder ernst, hieß es in dem Brief. Noch ernster als zu Zeiten von Corona. Also ergriffen rund 100 Caterer, Hoteliers, Zulieferer und Gastronomen die Initiative und wandten sich mit einem Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz und die Ministerpräsidenten der Länder.

Ein breites Bündnis quer durch den Hospitality-Sektor fürchtet zurzeit um seine Existenz: Darunter große Hoteliers wie Ingo C. Peters (Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten Hamburg) und Dirk Iserlohe (Dorint) oder Homeira Amiri (Centro). Namhafte Markengastronomen wie Johannes Bühler (Hans im Glück), Stefan Tewes (Coffee Fellows), Torsten Petersen (Enchilada) und Mirko Silz (L’Osteria) waren ebenfalls dabei. Aber auch bekannte Top-Köche wie Tim Raue, Tohru Nakamura, Haya Molcho, The Duc Ngo und Tim Mälzer unterschrieben den Brief an die Politik. Im Kern wurden dort schnelle Liquiditätshilfen, ein zeitnaher Start der Gaspreisbremse und eine Anpassung der Bemessungsgrundlage für die Gas- und Strompreisbremse gefordert.

Selten gab es in der näheren Vergangenheit ein solch übergreifendes Bündnis der Gastgeberschaft. Alle zogen an einem Strang, um die Politik auf die richtigen Pain Points aufmerksam zu machen. Das beweist, laut werden hilft. Gemeinsam laut werden wirkt!

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