Hotelimmobilien: Die Branche wächst wieder
Hotelimmobilien

Die Branche wächst wieder

AdobeStock / Grafik ahgz
Die Hotellerie taucht wieder aus der Krise auf: Investoren werden wieder mutiger
Die Hotellerie taucht wieder aus der Krise auf: Investoren werden wieder mutiger

Erfahrene Investoren glauben weiter an gute Perspektiven von Hotelimmobilien. Das wurde sowohl bei der Fachmesse Expo Real in München als auch beim Hotelimmobilien-Kongress in Berlin deutlich. Die Coronakrise mit ihren Lockdowns hat die Karten im Markt zwar neu gemischt. Das bietet aber auch Chancen.

So suchen opportunitätsgetriebene Investoren nach Kaufgelegenheiten zum günstigen Preis, finanzkräftige Eigentümer und Betreiber können Häuser von weniger stark aufgestellten Unternehmen übernehmen, und expandierende Ketten halten die Augen offen, ob Hotelportfolios oder kleinere Gruppen zum Verkauf stehen. Steigenberger ist nicht der einzige Player, der für seine ehrgeizigen Wachstumspläne – 700 Hotels bis 2027 – auf Zukäufe setzt.

B&B schluckt Leto, die britische Marke Premier Inn greift bei 13 Hotels von Centro zu. Plaza und Ahorn haben bereits Häuser der Maritim-Gruppe übernommen, von denen diese sich trennen musste. Gerade erst wurde der Königshof in München verkauft, der gerade neu entsteht. Anderen Hotelimmobilien steht dagegen wohl eine Umnutzung bevor, etwa den kürzlich geschlossenen Fleming’s-Häusern in Frankfurt oder dem früheren Ellington in Berlin.

Interesse an Hotelimmobilien steigt

Laut Immobilienklima-Umfrage der Deutschen Hypo stieg im Oktober die Einschätzung für den Hotelbereich am stärksten (+17,9%), wenn auch von niedrigem Niveau aus. Dennoch zeigt die aktuelle Entwicklung, dass sich die Einschätzung der Investoren in Bezug auf die Hotellerie rasant verbessert. Das Handelsvolumen in diesem Jahr hat mit rund 1,5 Mrd. Euro zwar noch Luft nach oben, für das Gesamtjahr erwarten die großen Immobiliendienstleister aber eine Größenordnung von bis zu 2,5 Mrd. Euro. „Das Tal der Tränen ist durchschritten“, brachte Martin Schaffer von MRP Hotel Consult die Markteinschätzungen der Hotelbetreiber bei Expo Real auf einen Nenner.

Die Hoteliers der Diskussionsrunde zur Ferienhotellerie in Berlin stützten die positive Grundstimmung. So sagte Jörg Lindner von 12.18., im Top-50-Ranking der ahgz das Unternehmen mit den höchsten Zimmerpreisen: „Ich denke, die Superraten dieses Sommers wird die Ferienhotellerie auch noch eine Weile halten können, wenn sie die entsprechende Qualität bietet.“  Und Jörg Frehse, Managing Partner von Munich Hotels Partner, zeigte sich in München überzeugt: „Das Tagungs- und Business-Segment kommt absolut zurück.“ Besonders gut laufe von den A-Destinationen derzeit Hamburg, wo die Hotellerie von dem hohen Anteil an Leisure-Gästen profitiere. Yannik Wagner, Vice President Development bei Accor für Nordeuropa, attestierte dem europäischen Markt eine derzeit rasante Aufholjagd bei der Erholung. Das Development neuer Projekte gestalte sich zwar etwas zäher als vor der Krise, das Conversion-Geschäft nehme dafür einen größeren Anteil ein.

Leisure und Apartmentkonzepte stehen im Fokus

Die Experten sehen, dass sich das Investoreninteresse zwischen den Segmenten verschiebt. Gefragt sind demnach neben Leisure, wo es inzwischen mehr investmentfähige Produkte und Betreiber gibt, auch Apartmentkonzepte. Die neuen Player wie Stayery, Limehome oder Ipartment setzen neue Maßstäbe bei der Digitalisierung, was die Effizienz erhöht.

Dynamik erhält der Hotelmarkt derzeit durch zahlreiche Neueröffnungen und Projekte, die nun nach der Krise weiter vorangetrieben werden. So fiel gerade erst der Startschuss für die Bauarbeiten am Estrel Tower in Berlin. Die insgesamt 45 Etagen des Turms, der das größte Konferenzhotel um weitere 525 Hotelzimmer und Serviced Apartments ergänzt, stehen für einen weiteren Immobilientrend: Mischnutzung. Auch im künftig größten Hochhaus der Hauptstadt sind Flächen für Büros und Handel geplant. Bei diesen Mixed-Use-Projekten ist der gastgewerbliche Teil besonders wichtig, da er für die erwünschte Belebung sorgt.

Spannende Projekte gibt es auch in Hamburg, wo die japanische Luxusmarke Nobu ihr Deutschland-Debüt geben wird und außerdem Gerüchte über ein Hardrock Hotel kursieren. Und Arcona geht nach der Trennung vom Ursprungshaus der Barefoot Hotels mit einem neuen Hotel der Marke, die Filmstar Til Schweiger entwickelt hat, am Tegernsee an den Start.

Sorgen bereiten der Branche außer der Entwicklung in Sachen Corona und dem Dauerthema Mitarbeitermangel auch die gestiegenen Baupreise.

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