Hotelmarkt: Rück- und Ausblick von mrp hotels
Hotelmarkt

Rück- und Ausblick von mrp hotels

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Berghotel: Die nahe Ferienhotellerie profitiert von Beschränkungen bei grenzüberschreitenden Reisen
Berghotel: Die nahe Ferienhotellerie profitiert von Beschränkungen bei grenzüberschreitenden Reisen

Die Hotelexperten des österreichischen Beratungsunternehmens analysieren das vergangene Jahr 2021 und wagen einen Ausblick auf 2022.

In ihrem Konzeptpapier stellen die Autoren von mrp zusammen, was die Branche aus dem zweiten Corona-Krisenjahr als Learnings mitnehmen kann.

  1. Pauschalaussagen funktionieren nicht mehr; die Bewertung und der Recovery Speed sind abhängig von Konzept, Marke, Standort und Markt.
  2. Die Buchungssituation ist abhängig von der Pandemie-Entwicklung und den aktuellen Reise-Restriktionen. Vorhersagen fallen schwer. Konnte man früher Hotelbudgets auf +/- 5 Prozent Genauigkeit erstellen, ist es heute kaum möglich, das nächste Quartal zu budgetieren.
  3. Grundsätzlich hoher Bedarf der Gäste, reisen zu wollen. Sobald Reise-Restriktionen fallen, schnellen Buchungen in die Höhe.
  4. Die Performance der Ferienhotellerie hat das Hotelbusiness in der Stadt in letzter Zeit überholt und dadurch auch an neuer Investorenaufmerksamkeit gewonnen.
  5. Fire Sales sind ausgeblieben. Die von staatlicher Seite zur Verfügung gestellte Liquidität, geduldige Banken, die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht und die häufige Neu-Kapitalisierung von Betreibergesellschaften haben Pachtzahlungen sichergestellt und dadurch Fire-Sales verhindert.
  6. Das Problem des Fachkräftemangels wurde durch die Pandemie noch verstärkt. Gehaltskosten werden künftig um 5 bis 7 Prozent steigen. Wir befinden uns im war for talent.
  7. Die Serviced-Apartment-Betreiber sind mit neuen Investoren im Hintergrund rasch gewachsen. Technologie, Digitalisierung sowie niedriger Break-even überzeugen in entsprechenden Konzepten im Vergleich zur konventionellen Hotellerie.
  8. Expansion ist für viele Betreiber die einzige Möglichkeit, den in den vergangenen beiden Jahren angehäuften Schuldenberg abzubauen. Es wird Jahre dauern, die Verluste aus den Jahren 2020 und 2021 aufzuholen. Die jahrelangen Wachstumsraten sind auf ewige Zeit verloren.
  9. ESG überrollt die Hotellerie und die Investorenwelt - ökologische, soziale und Government-Aspekte müssen berücksichtigt werden. Die Umsetzung der EU-Taxonomie macht auch vor der Hotelimmobilienwelt nicht halt. Es muss in die Umsetzung gehen.

Marktausblick für 2022 im deutschsprachigen Raum

Langfristig gibt mrp der Hotellerie im DACH-Raum aber einen positiven Ausblick aufgrund des globalen Wachstums, differenziert nach Marktsegmenten.

Für die Stadthotellerie erwarten die Experten eine Rückkehr der Übernachtungszahlen auf das Niveau von 2019 frühestens für 2024. Das erste Quartal des neuen Jahres 2022 sehen die Berater als große Herausforderung. Sie räumen ein: Die noch im Oktober 21 getätigten Prognosen von 80 Prozent der Übernachtungszahlen des Jahres 2019 können nur schwer gehalten werden.

Interkontinentalreisen, Mice und Event-Business fehlen. Das ist ein Grund dafür, dass die Erholung der Hotelkennzahlen in B-Städten wie Leipzig schneller erfolgt als in A-Städten wie Frankfurt oder auch Berlin, wo der internationale Tourismus normalerweise einen höheren Anteil ausmacht. Eine rasche Erholung erwarten die Hotelexperten dort, wo es kreative, unkonventionelle Produkte gibt, zudem kommen Innenstadtlagen schneller zurück als Produkte am Stadtrand.

Investmentmarkt

Das Investment-Interesse in der Ferienhotellerie wird anhalten, prognostiziert mrp, und auch in der Stadt zurückkehren. In der Stadthotellerie sei aber damit zu rechnen, dass einzelne Conversions zu Wohnimmobilien vollzogen werden. Banken bleiben laut den Beratern weiter vorsichtig und stellen höhere Anforderungen an Sicherheiten und die Eigenkapital-Quote als noch vor der Krise.

Als größte Hindernisse von Transaktionen gelten Preisvorstellungen der Verkäufer, die Unsicherheit pandemischer Auswirkungen sowie Konditionen der Bankfinanzierung. Das Investment im Bestand ist dabei auf dem Vormarsch, da weniger Development-Projekte realisiert bzw. fertiggestellt wurden. Wichtig: Hotelimmobilien verlieren nicht an Wert, so die Experten.

Ferienhotellerie

Positive Prognosen stellen die mrp-Experten der Hotellerie in Urlaubsregionen für 2022, sie erwarten eine ähnliche Auslastung und Raten wie 2021. Der Grund: Solange internationales Reisen erschwert bleibt, profitiert die heimische Ferienhotellerie. Aufgrund der Einschränkungen im Dezember 2021 werden viele Buchungen auf das erste Quartal 2022 verschoben. Somit wird eine gute Performance nach dem Jahreswechsel erwartet, solange Omikron keinen Strich durch die Rechnung macht.

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