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Ausbildung

Hofa Hamburg macht fit für Change-Prozesse

Helmut Heigert
Coworking-Atmosphäre: Gruppenarbeit während der Projektwoche „Think Tank Digital Change“ an der Hotelfachschule in Hamburg
Coworking-Atmosphäre: Gruppenarbeit während der Projektwoche „Think Tank Digital Change“ an der Hotelfachschule in Hamburg

Mit der Projektwoche „Think Tank Digital Change“ ist das Kooperationsprojekt „InnoChange“ an der Hotelfachschule Hamburg (HFS) in die Praxisphase gestartet. Am Fallbeispiel werden betriebliche Veränderungsprozesse ausgelotet.

„Soll ich bleiben oder soll ich gehen“ – zu den Klängen des Songs der britischen Punk-Band The Clash ließen die Teilnehmer des Workshops „Think Tank Digital Change“ an der Hotelfachschule Hamburg ihre Projektwoche Revue passieren. An insgesamt fünf Schultagen hatten sich 40 Studierende aus zwei Klassen der Oberstufe, ihre Lehrer sowie 13 Vertreter aus der Berufspraxis mit Themen des Revenue- und Changemanagements auseinandergesetzt. Als Fallbeispiel hatten die Projektleiter Steffen Boßmann und Matthias Dralle die Einführung eines Revenue-Management-Systems in einem 4-Sterne-Hotel nach einer Betriebsübernahme ausgearbeitet. Beide unterrichten an der Hotelfachschule Hamburg Organisationslehre und Changemanagement.

Mit Veränderungen umgehen, die Mitarbeiter verunsichern

„Immer wenn eine neue Technik in einem Betrieb eingeführt wird, kann das Zukunftsängste bei den Mitarbeitern auslösen“, so Boßmann. Dabei könnten sowohl Angst vor Stellenkürzungen als auch vor zusätzlichem Arbeitsaufwand eine Rolle spielen. Andere Beschäftigte könnten sich vor einem Statusverlust oder verringerter Autonomie fürchten. Wichtig sei es, die Mitarbeiter von den Vorteilen der neuen Technik zu überzeugen und sie mitzunehmen.

„Früher mussten Lösungen bei solchen Problemsituationen individuell entwickelt werden“, sagte Dralle. Im Zuge eines solchen Workshops habe man den Teilnehmern daher einen Methodenkoffer an die Hand geben wollen, mit dem sie künftig ähnliche Probleme in ihren Betrieben lösen könnten. Dabei reiche die Bandbreite der vermittelten Techniken von der Problemanalyse über Prozessoptimierung bis zu Gesprächstechniken. Dralle: „Wir wollen unseren Studierenden möglichst viele Handlungsoptionen anbieten.“

Die Projektwoche ist das Ergebnis einer zweijährigen Kooperation der Hotelfachschule Hamburg und der Wihoga Dortmund. Sie ist Teil des Studienpakets „Innovations- und Changemanagement“ (InnoChange), das gemeinsam von dem Abteilungsleiter der Hotelfachschule Hamburg Bernhard Fischer-Eymann, und Harald Becker, Schulleiter der Wihoga in Dortmund, entwickelt wurde (ahgz vom 31. Oktober 2021).

Sie lehren Innovations- und Changemanagement: Bernhard Fischer-Eymann, Abteilungsleiter der Hotelfachschule Hamburg (Dritter von rechts) und Harald Becker, Schulleiter der Wihoga in Dortmund (Vierter von links) mit Team beim Projekttag an der Hofa Hamburg
Helmut Heigert
Sie lehren Innovations- und Changemanagement: Bernhard Fischer-Eymann, Abteilungsleiter der Hotelfachschule Hamburg (Dritter von rechts) und Harald Becker, Schulleiter der Wihoga in Dortmund (Vierter von links) mit Team beim Projekttag an der Hofa Hamburg

Eine Unternehmensbefragung habe gezeigt, dass die Betriebe im Gastgewerbe von den Absolventen der Hotelfachschulen vor allem Führungskompetenz erwarteten. „Social Scills werden immer wichtiger“, sagte Becker, der bereits einen ähnlichen Workshop in Dortmund organisiert hat. Die Absolventen hätten jede Menge Wissen über Betriebswirtschaftslehre im Kopf. In der Praxis spürten sie aber schnell, dass der Umgang mit Mitarbeitern viel wichtiger sei als theoretische Optimierungsmodelle.

Es seien in Zukunft auch Workshops zu anderen Themen wie Digitalisierung und Social Media geplant. Die Kooperation mit der Hotelfachschule Hamburg biete Möglichkeiten, schnell auf Veränderungen reagieren zu können. Becker: „Corona zeigt, wie schnell sich Dinge in der Branche ändern können.“

Hofa als Branchen-Anlaufstelle in der Krise

Nach Angaben von Carmen Szkolaja, Leiterin der Beruflichen Schule für Hotellerie, Gastronomie und Lebensmittelhandwerk (BS 03) in Hamburg, studieren zurzeit insgesamt 105 junge Menschen in fünf Klassen der Hamburger Hotelfachschule. Sie werden von 30 Lehrern an der BS 03 unterrichtet. Der Workshop sei eine gute Vorbereitung auf die Abschlussprüfung in den Monaten April und Mai.

Nach Angaben der Schulleiterin habe sich die Hotelfachschule während der Corona-Pandemie zu einer zentralen Anlaufstelle der Branche in Hamburg entwickelt. „Wir pflegen einen engen Kontakt zu unseren Partnern aus der Praxis“, so Szkolaja. Nach Ansicht des Vizepräsidenten des Dehoga Hamburg, Niklaus Kaiser von Rosenburg, wird solcher Wissenstransfer immer wichtiger. Changemanagement finde permanent in den Betrieben statt. Denn jede Generation arbeite anders.

„Vor 20 Jahren machte der Sohn an der Stelle im Betrieb weiter, wo sein Vater aufgehört hatte“, sagte der Hotelier des Baseler Hofs in Hamburg. Heutzutage gehe etwa jeder zweite Betrieb bei einer Nachfolgeregelung an Fremde über. Dabei sollte eine Betriebsübergabe möglichst harmonisch erfolgen, um Kundenkreise erhalten und neue Geschäftsbereiche erschließen zu können: „Wenn Wissen verloren geht, gehen meistens auch Gäste verloren.“ (www.hotelfachschule-hamburg.de )

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