Berufseinstieg : Jobs am Berg
Berufseinstieg

Jobs am Berg

Astrid Filzek-Schwab
Chefs mit Praktikantinnen: Matthias und Marina Dornach, Milena Hoppe (Zweite von rechts) und Wiebke Tenneglo
Chefs mit Praktikantinnen: Matthias und Marina Dornach, Milena Hoppe (Zweite von rechts) und Wiebke Tenneglo

Neue Wege suchen, einen Perspektivwechsel wagen – das ermöglicht ein Angebot in Oberstdorf.

Dort gibt es seit zwei Jahren das Orientierungspraktikum "Dein Job am Berg" (DJAB) für junge Erwachsene ab 18 Jahren. "Es verbindet die Arbeit in der Gastronomie mit einem Coaching-Programm zur Persönlichkeitsentwicklung", erklärt DJAB-Gründerin Katja Weigand.

22 Personen haben bereits daran teilgenommen, acht sind in der Gastronomie im Allgäu geblieben. "Gerade in Zeiten des Personalmangels freuen sich die Partnerbetriebe, dass junge Menschen nach der Schule diesen Weg wählen und ins Allgäu kommen", sagt Weigand. "In diesem Winter können zwölf Teilnehmende auf ein fünfmonatiges Orientierungspraktikum inklusive Coaching zurückblicken", so Weigand, die das Projekt gemeinsam mit Brigitte Rössler betreut.

Partner sind überzeugt 

Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber betrachten das Programm als Gewinn: "Wir sind überzeugter Partner von DJAB, weil wir das Konzept gerne unterstützen, bei dem junge Erwachsene sich beruflich und persönlich orientieren können. Die Kombination aus Arbeit und Coaching bietet ihnen einen großen Mehrwert", meint Matthias Dornach, Inhaber des Hotels Alpe Dornach, das seit Beginn von DJAB zu den festen Partnerbetrieben gehört. Die Teilnehmenden könnten vor Ort in die Welt der Gastronomie hineinschnuppern und Teil der Alpe-Dornach-Familie werden. "Wir freuen uns schon auf die Sommersaison mit den Praktikantinnen und Praktikanten."



Auch die ehemalige Teilnehmerin Milena Hoppe ist begeistert: "Ich bin dankbar für dieses großartige Projekt und dafür, dass ich dadurch meine neue Heimat gefunden habe. In den Bergen zu arbeiten und zu leben, fühlt sich unbeschreiblich an." Durch DJAB habe sie nicht nur sich selbst, sondern auch viele andere großartige Menschen kennengelernt.

Hoppe bleibt auf der Alpe Dornach wegen des Zusammenhalts unter den Kollegen, der Art des Jobs und der wunderschönen Kulisse. Zurzeit arbeitet sie drei Tage pro Woche an der Rezeption und zwei Tage im Service: „Meine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement ist an der Rezeption sehr hilfreich, und im Service bin ich geblieben, weil das viel Spaß und Abwechslung bringt."

Hinter dem Projekt stehen auch die OK Bergbahnen. "Zehn Praktikantinnen und Praktikanten erhalten somit die Chance, direkt in den Gastronomiebetrieben im Skigebiet am Fellhorn zu arbeiten", so Vorstand Andreas Gapp.

In einigen Wochen kommen fünf frühere Teilnehmende, um während der Sommersaison zu helfen: "Es hat Ihnen sehr viel Spaß gemacht. Sie finden es wunderbar, in der Berg-Gastro zu arbeiten", betont Initiatorin Weigand. Gerade das Team-Feeling hätte ihnen besonders gut gefallen. Für den Winter konnten neue Partnerbetriebe dazugewonnen werden: Das Oberstdorf Hostel und die Explorer Hotels mit Standorten in Oberstdorf, Neuschwanstein und Garmisch gehören genauso dazu wie die Alpe Oberstdorf und die Wannenkopfhütte.

Cool, in der Hotellerie zu arbeiten

"Wir beteiligen uns an diesem Projekt, weil wir jungen Menschen zeigen wollen, wie cool es ist, in der Hotellerie zu arbeiten. Und wie spielend leicht es ist, Job und Freizeit miteinander zu verbinden", sagt Fabian Reisigl Chef des Oberstdorf Hostel. "Außerdem erwarten wir uns eine große Reichweite unter den jungen Menschen, die in der Findungsphase ihres Lebens stecken. Die sowohl die Berge als auch die Natur lieben und deshalb in unseren Destinationen den perfekten Arbeitsplatz finden." 

Die Teilnehmenden von DJAB arbeiten fest im Team, erhalten eine reguläre Vergütung und ein Zimmer in einer Personalwohnung. Dazu kommt ein professionelles Coaching-Programm mit Gruppen-Workshops und Einzelstunden. Die Vergütung beträgt nach Abzug aller Kosten monatlich zwischen 600 und 800 Euro (je nach gearbeiteten Stunden). Für die Wintersaison 22/23 gibt es 24 Plätze, für den Sommer stehen auch noch freie Plätze zur Verfügung. Weitere Arbeitgebende sind immer willkommen. Infos hier.  

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