AHGZ Gastro-Talks


AHGZ-Gastro-Talks

Mobile-Dienste machen Umsatz

Digitale Entwicklungen haben großen Einfluss auf die Branche. Bei den von Oracle Hospitality unterstützen Gastro-Talks zeigte Trendexperte Pierre Nierhaus, wie Wirte davon profitieren können.

Virales Marketing: Attraktive Gerichte werden fotografiert und sorgen im Netz für ´Aufsehen.Virales Marketing: Attraktive Gerichte werden fotografiert und sorgen im Netz für ´Aufsehen.

Jedes fotografierte Gericht ist ein potenzieller Marketingstar. Die Gäste lieben es, ihre Restauranterlebnisse auf Sozialen Plattformen im Netz mit Freunden zu teilen. Für Gastronomen heißt das: Sie brauchen sich in der Regel keine Sorgen zu machen, wenn jemand etwas fotografiert. „Im Gegenteil“, sagt Gastro-Berater Pierre Nierhaus, „Sorgen sollten Sie sich eher machen, wenn jemand ihr Essen nicht fotografiert.“ Das war einer der Tipps, die der Experte den Teilnehmern der AHGZ-Gastro-Talks lieferte, die in den vergangenen Wochen mit Unterstützung von Oracle Hospitality in Waiblingen bei Stuttgart und in Köln stattgefunden haben. Und Nierhaus setzte sogar noch einen drauf, was das Social-Media-Marketing angeht: „Sie sollten einen Signature Dish haben, also ein Gericht, das besonders viel fürs Foto hergibt.“

Im digitalen Zeitalter müssen Gastronomen ihren Betrieb in vielen Bereichen überprüfen und anpassen. Pierre Nierhaus gab in seinem Impulsvortrag bei den Gastro-Talks einen Überblick über aktuelle Entwicklungen. Zudem hatten die Teilnehmer die Gelegenheit zur offenen Diskussion.

Auch ältere Gäste posten bei Facebook

Bei letzterer wurde deutlich, dass das Thema Digitalisierung nicht mehr nur etwas für junge Leute ist. „Auch ältere Gäste fotografieren das Essen ab und posten es dann bei Facebook“, berichtete Tilo Irmisch, Geschäftsführer des Constanzer Wirtshauses in Konstanz. Grund genug, noch weitere digitale Trends aufzugreifen. Zum Beispiel selbst im Social Web aktiv zu sein, etwa mit einer eigenen Facebook-Seite oder einem Instagram-Account des Restaurants. „Dort kommen Fotos, die einen Blick hinter die Kulissen liefern, immer gut an“, berichtete Nierhaus. Rege genutzt werden von den Gästen auch die großen Reservierungsportale Opentable und Bookatable – zumindest dann, wenn sie in einer fremden Stadt unterwegs sind, in der sie die Gastro-Szene nicht kennen. Die Präsenz auf diesen Portalen lohne sich daher – vorausgesetzt, der Wirt will nicht nur einheimisches Publikum ansprechen.

Gesucht werden Restaurants außerdem bei Google, wo sie unter der Funktion Google Maps zugleich kostenloses Marketing bekommen. Dort werden inzwischen nicht mehr nur Adresse und Öffnungszeiten angegeben, sondern auch, wann das Lokal wie stark frequentiert wird. Google trackt über die GPS-Funktion der Smartphones der Gäste, wann die sich wohin bewegen. „Google weiß nicht nur alles, sondern kann auch alles auswerten“, hat Nierhaus festgestellt, „es wäre daher ungeschickt, diese Plattform nicht fürs Marketing zu nutzen.“ Ein erster Schritt sei, sich als Unternehmensinhaber bei Google Maps zu registrieren und die Angaben zum eigenen Betrieb zu vervollständigen – allein schon, weil es sonst passieren kann, dass Gäste dort falsche Angaben machen, etwa zu Öffnungszeiten oder zum Küchenstil. Außerdem sollten Gastgeber regelmäßig eingehende Bewertungen checken und kommentieren. Wenn bei der Bewirtung vor Ort etwas mal nicht geklappt hat, bekommen sie hier die Chance, sich zu entschuldigen.

Die Mobilgeräte verändern auch die Ansprüche der Gäste an Bestellung und Bezahlung. „Das Bezahlen von Kleinstbeträgen per Handy wird in den kommenden Jahren Einzug halten“, ist Nierhaus überzeugt. Vorreiter sind hier die Systemgastronomen. Starbucks oder Vapiano etwa kombinieren ihre Kundenbindungssysteme schon mit mobilen Bestell- und Bezahlfunktionen in einer App. Der Kaffee to go geht damit noch schneller: Der Kunde bestellt von unterwegs aus. Wenn er den Laden erreicht, ist das Getränk fertig. Die Bezahlung erfolgt ohne weiteres Anstehen, die Kosten werden automatisch von einem Konto über das Smartphone abgebucht. Eine Zeitersparnis sowohl für den Kunden als auch für den Gastronomen. Und genau darauf kommt es letztlich an: „Wenn Sie in etwas Digitales investieren, sollte es immer einen spürbaren Nutzen für den Betrieb haben“, sagte Nierhaus.

Besonders deutlich werde ein solcher Nutzen bei der Digitalisierung von Logistik, Warenwirtschaft und Küchentechnik. Denn hier kann einiges automatisiert werden. Der Koch der Zukunft steht möglicherweise dann nicht mehr selbst jeden Tag in der Küche, sondern fungiert als kreativer Kopf hinter mechanischen Prozessen. Auf den Service dürfte sich das jedoch weniger auswirken. Denn dass Gäste in Zukunft in großem Stil von Robotern bedient werden, können sich die meisten Teilnehmer der Gastro-Talks nicht vorstellen.

Prozesse werden einfacher

Die Technik ersetzt eben nicht den Menschen. AHGZ-Redakteurin Alexandra Leibfried, die den von Zulieferer Oracle Hospitality unterstützten Talk moderierte, fasste zusammen: „Der Mensch wird weiterhin im Vordergrund stehen, aber die Technik wird immer mehr vereinfachen in der Gastronomie.“ Berater Nierhaus fügte hinzu: „Die Gastfreundschaft vor Ort, die ist nicht outsourcebar, damit können auch die Individualgastronomen sich weiterhin abheben.“ Letztere dürften die Teilnehmer der Talks anschließend live erleben, denn die Veranstaltungen schlossen jeweils mit einem kommunikativen mehrgängigen Lunch in den Gourmetlokalen Bachofer in Waiblingen und Himmel und Äd in Köln ab.


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