Corona-Hilfe


Coronakrise

Baden-Württemberg: Stabilisierungshilfe-Programm verlängert

Die Landesregierung fördert nun auch Betriebe, deren HoGa-Anteil unter 50 Prozent liegt. Das betrifft beispielsweise Freizeitparks.

Perspektive: Betriebe bekommen mehr ZeitPerspektive: Betriebe bekommen mehr Zeit

STUTTGART. Gute Nachricht für die Branche: Die Landesregierung Baden-Württemerg verlängert die Antragsfrist und den Förderzeitraum des Hilfsprogramms „Stabilisierungshilfe Corona für das Hotel- und Gaststättengewerbe“. Das hat das Kabinett am 15. September beschlossen. Betriebe mit Sitz in Baden-Württemberg können durch dieses Programm einmalig nicht rückzahlbare Landeszuschüsse bekommen, wenn sie einen Liquiditätsengpass belegen können. Zudem können auch Betriebe mit einem geringeren HoGa-Anteil daran teilnehmen als bisher.

Folgende Änderungen sind beschlossen worden

1. Verlängerung der Antragsfrist: Betriebe des Gastgewerbes in Baden-Württemberg können nun bis zum 20. November 2020 einen Antrag auf Stabilisierungshilfe stellen (Frist bisher: 30.09.2020). Die Anträge müssen von entweder von Steuerberatern oder Anwälten bestätigt werden.

2. Verlängerung des Förderzeitraums: Bisher konnten Betriebe für maximal drei zusammenhängende Monate im Zeitraum 1. Mai bis 30. November Stabilisierungshilfe beantragen. Der Förderzeitraum wurde um den Monat Dezember erweitert. Es sind also Anträge für maximal drei zusammenhängende Monate für den Zeitraum Mai bis Dezember 2020 möglich.

3. Wichtig für Mischbetriebe: Bisher können nur Betriebe Stabilisierungshilfe beantragen, bei denen der HoGa-Umsatzanteil (Gastronomie und/oder Beherbergung) mindestens 50 Prozent beträgt. Dieser Schwellenwert wird auf 30 Prozent gesenkt. Damit können etwa auch Freizeitparks, bei denen der HoGa-Umsatzanteil zwischen 30 und 49 Prozent liegt, Stabilisierungshilfe beantragen. Für Betriebe mit einem HoGa-Umsatzanteil zwischen 30 und 49 Prozent berechnet sich die Obergrenze für die Stabilisierungshilfe wie folgt: 2000 Euro pro Betrieb plus 1000 Euro pro rechnerischem Vollzeitbeschäftigten bis zur Höhe des Liquiditätsengpasses.

Betriebe mit einem HoGa-Umsatzanteil zwischen 50 und 100 Prozent erhalten weiterhin bis zu 3000 Euro pro Betrieb plus 2000 Euro pro rechnerischem Vollzeitbeschäftigten, bis zur Höhe des Liquiditätsengpasses. Ab wann Mischbetriebe nach den neuen Beschlüssen Anträge stellen können, wird noch bekannt gegeben.

Schwierige Herbst- und Wintermonate überbrücken

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut sagte anlässlich der beschlossenen Verlängerung des Hilfsprogramms: „Mit dem sich abzeichnenden Ende der Außengastronomie- und Feriensaison stehen viele Betriebe vor schwierigen Herbst- und Wintermonaten. Durch die Verlängerung der Antragsfrist können sie genau dann von der Stabilisierungshilfe Gebrauch machen.“

Auch Tourismusminister Guido Wolf verweist auf die schwierigen bevorstehenden Wintermonate und betonte, wie wichtig es angesichts der Erfahrungen aus dem Sommer sei, das Hilfsprogramm zu verlängern: Viele Menschen seien im Freien aktiv und besuchten draußen Gastronomiebetriebe. Vor Begegnungen in geschlossenen Räumen hätten viele nach wie vor großen Respekt. „Daher ist es richtig und wichtig, dass wir das Sofortprogramm anpassen. Viele Betriebe haben in den vergangenen Jahren viel investiert, teilweise gefährdet die Krise die Aufbauarbeit mehrerer Generationen in den Familienbetrieben“, so Wolf.

Wichtige Info für Betriebe

Die Stabilisierungshilfe Corona für das Gastgewerbe in Baden-Württemberg muss zwingend von einem Steuerberater (oder Anwalt) bescheinigt werden. Die DEHOGA Beratung bietet dazu Hilfe an.

Anders als beim bundesweiten Hilfsprogramm „Überbrückungshilfe“ geht es beim Landesprogramm nicht um die Höhe des Umsatzrückgangs, sondern um den Liquiditätsengpass, also um die operativen Verluste, die entstehen, wenn Betriebe aufgrund der Corona-Auflagen nicht kostendeckend arbeiten können.

"Wenn Ihr Steuerberater Ihnen mitteilt, dass Sie keine Hilfsgelder bekommen, weil der Umsatzrückgang nicht hoch genug ist, dann sollten Sie hellhörig werden. Möglicherweise wurde dann nur die Möglichkeit einer Antragsstellung für das Bundesprogramm, nicht aber für das Landesprogramm geprüft. Haken Sie in diesem Fall nach und fragen Sie nach dem Landesprogramm Stabilisierungshilfe", rät der DEHOGA-Landesverband. red/lef

[ahgz:200012264313]


Möchten Sie auf ahgz.de zukünftig alle Inhalte unbegrenzt nutzen?Jetzt informieren!Nicht jetzt

Sie sind bereits Abonnent?Hinterlegen Sie hier Ihre Auftragsnummer!