Deutsche Hospitality


Deutscher Hotelkongress 2020

ahgzplus Konzernchefs setzen auf starke Partner

Unter dem Motto "Shaping the hotel industry" stellten Experten ihre Strategien und Wachstumsziele vor.

Geballtes Wissen: Experten diskutieren mit ahgz-Chefredakteur Rolf Westermann in BerlinGeballtes Wissen: Experten diskutieren mit ahgz-Chefredakteur Rolf Westermann in Berlin

BERLIN. Der Hotelboom geht weiter. Beim Deutschen Hotelkongress in Berlin verkündeten die Chefs namhafter Marken wie Steigenberger und Kempinksi ambitionierte Wachstumspläne. Aber auch hierzulande noch etwas unbekanntere Player wie The Indian Hotels Company stehen bereit. Unter dem Motto "Shaping the hotel industry" stellten die CEOs klar: Wachstum muss vernetzter gedacht werde als je zuvor. Denn neue Märkte mit großem Potenzial sind ohne starke Partner im Rücken und Expertise vor Ort nur schwer zu erobern. 

Thomas Willms, CEO Deutsche Hospitality, der im vergangenen Jahr durch den Verkauf des Unternehmens an den chinesischen Investor Huazhu für einen Paukenschlag sorgte, schilderte den Vorteil der neuen Eigentümerschaft. Ein Jahr habe man an der Übernahme gearbeitet, so Willms. „Wir wollten internationaler werden. Und Steigenberger und alle unsere Brands nach Asien bringen. Im Gegenzug wollte unser Partner Huazhu nach Europa.“

Ein Schritt, von dem beide Seiten profitieren. „Wir verbinden das Beste aus beiden Welten“, sagte Willms. Steigenberger will künftig Systeme von Huazhu übernehmen, etwa das Loyality-Programm. Auch Namen für die Steigenberger-Brands in China gebe es schon. Im Juli dieses Jahres könnte es dann bereits soweit sein und ein erstes Steigenberger-Hotel in Shanghai starten." Das Interesse der Chinesen sei sehr auf die Marke Steigenberger fixiert", berichtet Willms.

Das ambitionierte Ziel von 500 Hotels in 2025 soll aber vorallem durch die Dynamik der Marken Zleep und Maxx by Steigenberger gelingen. Mit der Übernahme der dänischen Marke Zleep im vergangenen Jahr schaffte Steigenberger den Eintritt in den skandinavischen Markt und erweiterte hierzulande sein Markenportfolio. Das erste Zleep-Hotel wird 2022 in Hamburg eröffnen. [ahgz:200012260672]

Kempinski: Ab April wieder ein Haus in Genf

Kempinski hat ebenfalls viel vor. Die Gruppe soll bis in zwei Jahren auf 100 Hotels angewachsen sein. Die älteste Luxushotelkette Europas setzt dabei - nicht nur, aber auch - auf eine Partnerschaft mit 12.18. Management GmbH. Übernahmen an vielversprechenden Standorten sind der Company mit Sitz in Düsseldorf bereits gelungen - national und international. Das erste gemeinsame Projekt von Kempinski und 12.18. wird bis zum Sommer auf Ibiza realisiert, folgen soll bald auch New York. Insgesamt 20 gemeinsame Hotels seien in der Pipeline, sagte Kempinski-CEO Martin Smura im Live-Interview mit ahgz-Chefredakteur Rolf Westermann. "Bei 12.18 handelt es sich um erfolgreiche Entwickler, die bestehende, vielversprechende Häuser übernehmen", lobte Smura.

85 Hotels will Smura aber schon bis Jahresende im Kempinski-Portfolio haben. Ein wichtiges Signal an Mitarbeiter und den Wettbewerb: Ab April gibt es wieder ein Hotel in Genf. "Wir stehen in finalen Verhandlungen vor Ort", betonte er. Seit dem vergangenen Jahr hatte die Gruppe kein Hotel mehr am Unternehmenssitz in der Schweiz, zudem konnte auch der Management-Vertrag mit dem Emerates Palace in Abu Dhabi nicht verlängert werden. "Das war ein Brandmaker", gibt Smura zu und solche Verluste schmerzten. Lieber aber kaufe er ein Hotel oder mehrere, anstatt horrende Summen an Keymoney zu bezahlen, betonte der CEO. Ein noch neuer, aber wichtiger Markt für Kempinski ist Kuba. Dort werden weitere zwei Hotels hinzukommen nach der Eröffnung des Gran Hotel Manzana Kempinski in 2017. In insgesamt 30 Ländern ist Kempinski derzeit vertreten, der Eintritt in weitere neue Märkte soll folgen.

Der Faktor Mensch zählt weiterhin

Keynotespeaker Puneet Chhatwal, der extra aus Mumbai angereits war, hob hervor, wie wichtig der Wissenstransfer innerhalb der Hotellerie ist und wie erfolgreich Unternehmen dadurch werden. Der einstige Chef von Steigenberger leitet heute das größte Hotelunternehmen Indiens - The Indian Hotels Company Limited. Seine Aufgabe sei es nun, die asiatische emotionale Intelligenz und Service-Philosophie mit europäischen Prozessen und der europäischen Präzession zu verknüpfen. „Wir sind Experten im Managen von Chaos“, sagte Chhatwal, ein Beispiel dafür sei die Verkehrssituation auf Indiens Straßen. Der Westen dagegen habe für alles einen Plan.

Der beste Stratege an der Spitze bewirkt allerdings nichts ohne seine Mitarbeiter. Wie ausschlaggebend der Faktor Mensch bei Upstalsboom ist, erläuterte CEO Bodo Janssen. „Es ist kaum in Worte zu fassen, was wir mit unseren Mitarbeitern erleben“, zeigte er sich begeistert. Seit vielen Jahren baut der norddeutsche Hotel- und Ferienwohnungs-Anbieter auf eine werteorientierte Unternehmensphilosophie. Zum einen, um erfolgreich zu sein, zum anderen, um Mitarbeitern bei der Arbeit Sinn zu stiften. So hat Bodo Janssen mittlerweile Quereinsteiger in seinem Team wie einen ehemaligen Bankdirektor, der heute als Page arbeitet oder einen ehemaligen Kapitän zur See, der mit 55 Jahren eine Kochausbildung bei Upstalsboom begann.

Technologischer Fortschritt als Herausforderung für alle Sparten

Investitionen in die Technologie sowie die Suche nach dem optimalen Online-Vertrieb beschäftigt alle Beherbergungssparten, vom Hotel bis zum Ferienhausanbieter. Ganz neu setzt Arabella-COO Martina Maly-Gärtner auf Algorithmen, die das Revenue Management ersetzen. In einigen Hotels der Arabella Hospitality ist der Zimmerzugang per Mobile Key bereits möglich, alle weiteren werden innerhalb der nächsten zwei Jahre nachgerüstet.

Trotz eines starken Direktvertriebs und die Anbindung an das Marriott-Loyalty-Programms Bonvoy spielt die Zusammenarbeit mit Online-Buchungsplattformen weiterhin eine wichtige Rolle im Vertriebsmix. "OTA's sind nach wie vor wichtig, weil sie uns immer wieder neues Geschäft bringen“, so Maly-Gärtner. Für wichtige Bigplayer der Zukunft hält sie Booking.com, Expedia und Airbnb.

beh,diez,lef,ott,stau

Zur Fotostrecke


Möchten Sie auf ahgz.de zukünftig alle Inhalte unbegrenzt nutzen?Jetzt informieren!Nicht jetzt

Sie sind bereits Abonnent?Hinterlegen Sie hier Ihre Auftragsnummer!