Meldescheine


DIHK-Studie

Bürokratie kostet Gastgewerbe 2,5 Prozent des Jahresumsatzes

Eine überbordende Bürokratie wird für mittelständische Unternehmen zur Überlebensfrage. Das beklagt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag in einer Studie.

Papierkram: Laut der Studie leisten die Unternehmen der Branche auf Grund von Bürokratievorgaben durchschnittlich 14 "Überstunden" pro WochePapierkram: Laut der Studie leisten die Unternehmen der Branche auf Grund von Bürokratievorgaben durchschnittlich 14 "Überstunden" pro Woche

MÜNCHEN. Bürokratiekosten aufgrund komplizierter Vorgaben und Verpflichtungen machen bei einem typischen Unternehmen im Gastgewerbe jedes Jahr 2,5 Prozent des Umsatzes aus. So lautet das Ergebnis eine Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Die Pilotmessung zeigt, dass die Bürokratiebelastung im Gastgewerbe zwischen 1,2 Prozent und 6 Prozent des Umsatzes liegt. Für einen Gasthof mit einem Umsatz von zirka 1 Mio. Euro entspricht dies 12.000 bis 60.000 Euro pro Jahr. Bei durchschnittlichen Margen und hohen Arbeitsbelastungen kann das die Betriebe in ihrer Existenz und Nachfolge gefährden. Laut der Studie leisten die Unternehmen der Branche durchschnittlich 14 "Überstunden" pro Woche, um 100 bis 125 komplexe Vorschriften etwa zur Kassenrichtlinie, Hygieneüberwachung oder Datenschutzgrundverordnung zu erfüllen.

Kunden leiden darunter

"Es ist erschreckend, wie viel Zeit und Geld den Unternehmen durch Bürokratie verloren geht", kommentiert Eric Schweitzer, DIHK-Präsident, die Ergebnisse der Untersuchung, die die Sira Consulting GmbH im Auftrag des DIHK durchgeführt hat. „Darunter leiden nicht nur die betrieblichen Abläufe, sondern auch die Kunden.“

„Unsere Unternehmen akzeptieren dabei durchaus den Sinn und Zweck einzelner Regelungen", sagt Eric Schweitzer. Trotzdem vermissen die Betriebe bei mehr als der Hälfte der bestehenden Verpflichtungen einen Bezug zu den Geschäftsprozessen. Laut Hygienevorschrift müssen Gastro-Unternehmer zum Beispiel die Temperaturen von Kühlschränken täglich per Hand in ein Formular eintragen und ein Jahr aufbewahren – selbst dann, wenn sie über ein automatisches und digitales Mess-System verfügen.

Verbindlicher Praxis-Check

Der DIHK schlägt deshalb einen verbindlichen Praxis-Check für neue Gesetze vor. "Neue Verpflichtungen dürfen kein Selbstzweck sein. Ganz nach dem Prinzip: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Dazu gehört, neue Vorschriften und deren praktische Umsetzung einfach und verständlich zu gestalten", erläutert der DIHK-Präsident.

So könnten etwa die umständlichen Meldezettel in Hotels und Gaststätten ganz abgeschafft werden, weil sie nicht dabei helfen, die Kriminalität zu bekämpfen. Außerdem sollten Aufbewahrungsfristen verkürzt und aufwendige Dokumentationen vereinfacht werden. red/ko


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