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Preise für Gemüse, Salat und Olivenöl stark gestiegen

Schlechtes Wetter macht Obst und Gemüse aus den Mittelmeerländern und Olivenöl ungewohnt teuer. Wie reagieren Gastronomen und Lieferanten hierzulande?

Zurzeit eher rar und deshalb teuer: Gemüse und Olivenöl Zurzeit eher rar und deshalb teuer: Gemüse und Olivenöl

STUTTGART. Frisches Gemüse ist teurer geworden. Das zeigt ein Blick auf das Angebot in den Supermärkten. Spiegel Online stellt fest: Die Salatpreise in Deutschland haben sich verdoppelt, in Frankreich kosten Zucchini das Fünffache des üblichen Preises und in Großbritannien werden Brokkoli und Salatköpfe rationiert. Tomaten, Paprika, Auberginen – alles kostet mehr. Als Grund dafür nennen Experten die derzeitigen Wetterkapriolen in Südeuropa.

Etwa in Spanien, wo rund ein Drittel des europäischen Obst- und Gemüseangebots herkommt – im Winter sogar die Hälfte. Dort war es bisher ungewöhnlich nass und kalt.

Besonders betroffen von den veränderten Wetterbedingungen (der Klimawandel lässt grüßen) ist der Olivenanbau im Mittelmeerraum. Spiegel Online: „Derzeit fahren die Landwirte am Mittelmeer zum dritten Mal hintereinander eine miserable Ernte ein.“

Das wirkt sich auf die Preise aus: Im Jahr 2015 verteuerte sich Olivenöl in Spanien um 27 Prozent, in Italien 21 Prozent, so der Marktforscher IRI. Experten rechnen damit, dass die Preise weiter steigen.

Besonders betroffen von der Teuerung für mediterrane Produkte ist indes Großbritannien. Nach der Brexit-Entscheidung hat das Pfund stark nachgelassen - Olivenöl ist auf der Insel so teuer wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Jamie Oliver, Englands prominentester Koch und Gastronom, hat wegen der hohen Preise für Gemüse und vor allem Olivenöl bereits verlauten lassen, sechs seiner italienischen Restaurants im Vereinigten Königreich schließen zu wollen.

Und wie sieht es bei uns aus?

Sabine Spohr von der Einstein Gastronomiegruppe, die in Koblenz mehrere Objekte betreibt, darunter auch das Sternerestaurant Da Vinci, kommt zu folgender Einschätzung:

"Ich kann bestätigen, dass Salate wie Babyleaf, Rucola und Babyspinat zur Zeit sehr knappe Ware sind und unser Lieferant alles daran setzt, dass wir durchgehend mit der von uns benötigten Menge und Qualität versorgt werden. Der Preis reagiert darauf. Wir sprechen dabei von Preiserhöhungen bis zu 40 Prozent bei Babyspinat. Allerdings haben wir bisher weder die Gerichte ausgetauscht, noch den Preis an unsere Gäste weitergegeben. Wir hoffen auf eine Beruhigung in den nächsten Monaten. Sollte dies nicht eintreten, dann müssten wohl auch wir reagieren. Das gleiche Problem schlägt sich übrigens auch bei allen Lachsprodukten nieder, und dies seit rund sechs Monaten. Hier vermerken wir langsam eine leichte Preisreduzierung."

Joseph Peter Chef des Mangostin-Restaurants in München, ein Teil der Kuffler Gruppe, stellt fest:

"Die Preise zum Beispiel für Zucchini oder Artischocken haben sich fast verdreifacht. Schade, weil Artischocken jetzt eigentlich ihre Zeit hätten. Wir weichen im Mangostin auf andere Gemüsesorten aus wie Bobby- oder Schnippelbohnen, wunderbare Gemüse, die zum regulären Preis aus Italien angeboten werden. Auch Tomaten sind nicht teurer geworden, die werden im Glashaus gezogen. Ansonsten bleibt uns nur, diese Preisexplosion so gut wie möglich durch Kosteneinsparungen abzufedern."

Ein Sprecher von Metro Cash & Carry Deutschland bewertet die Situation folgendermaßen:

"Aufgrund des schlechten Wetters in den südlichen Anbaugebieten haben sich die Preise für Obst und Gemüse in den letzten Wochen stark nach oben entwickelt. Allerdings normalisiert sich die Situation bereits wieder. Auch bei Olivenöl gab es wetterbedingte Ernteausfälle, vor allem in Italien und Spanien. Daraus resultierte ein Preisanstieg von aktuell rund 10 Prozent. Tatsächlich setzt sich damit eine Entwicklung aus den vergangenen Jahren fort. Wir erwarten aber, dass sich die Situation auch hier im Laufe des Jahres wieder entspannt. Unsere Profikunden wissen, dass saisonale Schwankungen bei den Preisen für Obst & Gemüse ebenso wie für Olivenöl normal sind. Entsprechend tragen sie die aktuellen Preisveränderungen bislang mit."


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