Social Media


Gastbeitrag

ahgzplus Burkhard von Freyberg: "Viral steckt an!"

Social-Media-Aktivitäten sind gerade jetzt ein lohnenswertes Investment in die Zukunft. Das sagt der Hotelberater und Hochschulprofessor Dr. Burkhard von Freyberg.

Prof. Dr. Burkhard von Freyberg: "Grundsätzlich wichtig ist die Vermittlung von positiven Emotionen"Prof. Dr. Burkhard von Freyberg: "Grundsätzlich wichtig ist die Vermittlung von positiven Emotionen"

Viele Privathoteliers und Hotelgesellschaften stehen derzeit vor der Frage, wie sie mit der Krise umgehen sollen. Viele Betriebe setzten kurzfristige Maßnahmen zur Liquiditätssicherung um – und beantragten Kurzarbeitergeld, Fördermittel oder Darlehensstundungen. Doch wie lässt sich die Zeit nach Corona jetzt vorbereiten? Wie lockt man Gäste schnellstmöglich wieder ins Haus, um wieder Blut in die Adern des Hotelkörpers zu bekommen und in diesem Jahr wieder Buchungen generieren zu können?

Zunächst lohnt ein Blick in die Vergangenheit: Die beiden Forscher Amrik Singh und Chekitan Dev von der Cornell University of Hotel Administration untersuchten Hotelbetriebe während der Finanzkrise 2009 und kamen zu folgendem Ergebnis: Hotels ohne Einschnitte bei den Vertriebs- und Marketing-Ausgaben erreichten deutlich stabilere Betriebsergebnisse und gingen mit einem höherem Marktanteil aus der Krise hervor, als jene Hotels, die das Marketingbudget dramatisch kürzten.

Sie kamen zu dem klaren Schluss, dass jeder Cent ins Marketing als lohnenswertes Investment in die Zukunft zu sehen ist. Auch bestätigte sich wieder, dass derjenige Hotelier wahrgenommen wird, der sein Angebot ausdauernd und umfassend verkündet. Erfolgsrezept ist aber insbesondere die Art und Weise der Verkündung, die Frage nach dem richtigen, erfolgversprechenden Lock- und Wirkstoff.

Immense Zunahme des Datenverkehrs

Hier hilft, wie könnte es in Covid-19-Zeiten anders sein, eine spezielle Form des Marketings: Das Virale Marketing. Virales Marketing (auch Viralmarketing oder Virusmarketing) ist laut gängiger Definition eine Marketingform, die Soziale Netzwerke und Medien nutzt, um mit einer meist ungewöhnlichen oder hintergründigen Nachricht auf eine Marke, ein Produkt oder eine Dienstleistung aufmerksam zu machen.

Das empfängliche Publikum scheint vorhanden zu sein: Gerade in den vergangenen Wochen wurde eine immense Zunahme des Datenverkehrs und ein verändertes Verhalten der Internetnutzer festgestellt. Diese waren nun auch tagsüber häufiger und länger online, da Covid-19 viele Menschen zwang, daheim zu bleiben oder aufgrund von Kurzarbeit ungewollt statt in geregelter Arbeit im Freizeitmodus ihre Zeit verbringen. Neben Einkäufen bei Amazon & Co., Online-Yoga-Sessions und vielerlei anderen Internetaktivitäten widmeten sie sich auch dem Thema Urlaub – nach den politischen Legalisierungsverkündungen in jüngster Zeit nun sogar vermehrt.

Flucht aus der gefühlten Wirklichkeit 

Der richtige „Erreger“, um sich von der Schar an Mitbewerbern abzugrenzen, ist somit gefragt und gesucht. Eine gute Chance für Hoteliers, nun zu versuchen, viral durch die Betriebsdecke zu gehen und sich dadurch neue Gästekreise zu erschließen – dies vor allem auch, weil die alten Zielgruppen (Busreisende, Tagungsgruppen etc.) gegebenenfalls (noch) nicht zurückgewonnen werden dürfen oder können.

Grundsätzlich wichtig ist dabei die Vermittlung von positiven Emotionen – gerade nach Isolationszeiten und vielen Negativschlagzeilen bei den potenziellen Gästen höchst willkommen für den Eskapismus, die Flucht aus der gefühlten Wirklichkeit. Das Belohnungssystem im Gehirn reagiert besonders auf optimistisch stimmende, gern auch humorvolle Überraschungen sowie zwischenmenschliche Gesten und Signale.

Social Media bietet sich hervorragend als viraler Verbreitungskanal an, um schnell und vergleichsweise kostengünstig bestehende Gäste neu anzusprechen und vor allem neue inspirationsanfällige Gäste zu infizieren. Mit Bildern und Videos lassen sich ideal Sehnsüchte ansprechen oder wecken. Dass Kreativität und gehaltvolle Inhalte stets punkten und viele Follower haben, zeigen die steten Aktionen des Autovermieters Sixt oder auch die geistreichen Worte der Zukunftsforscher zur Welt nach Corona.

Ein fröhliches Lebenszeichen senden

Auch Direkt-Mailings sind gerade jetzt nicht zu unterschätzen, kann man doch ein fröhliches Lebenszeichen senden und neben den obligatorischen, neu eingeführten Hygienestandards seinen Stammgästen besondere, gehaltvolle Angebote offerieren – damit Körper und Geist wieder im Einklang sind und sich hoffentlich bester Gesundheit erfreuen.

Mein Rat für den anstehenden Restart: Kreative Hoteliers sollten sich nun an die Arbeit machen – oder auch kompetente Partner suchen, die sie dabei unterstützen, ihren ansteckenden Marketingvirus zügig zu verbreiten.


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