Kettenhotellerie


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Paukenschlag: Vienna House übernimmt Stadthotels von Arcona

Die österreichische Gruppe verdoppelt sich in Deutschland. Arcona nimmt gemeinsam mit Filmstar Til Schweiger neue Ziele ins Visier.

Sind sich einig: Alexander Winter (links) und Rupert SimonerSind sich einig: Alexander Winter (links) und Rupert Simoner

WIEN/ROSTOCK. Es gibt ab sofort eine neue Übernahme in der Hotellerie: Die 1995 gegründete Kette Arcona Hotels & Resorts (Rostock) verkauft 17 ihrer 23 Hotels sowie zwei Entwicklungsprojekte an die österreichische Gruppe Vienna House (Wien). Während sich die Österreicher in Deutschland etwa verdoppelt, bleibt von Arcona nur noch ein Rumpfunternehmen mit sechs Häusern übrig.

„Arcona konzentriert sich künftig auf Ferienhotels“, sagte Geschäftsführer Alexander Winter, dem das Unternehmen zusammen mit Treugast-Gründer Prof. Stephan Gerhard gehört, im Gespräch mit der AHGZ Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung. „Wir sehen darin großes Wachstumspotenzial.“ So sollen die Marke Barefoot Hotels gemeinsam mit Filmstar Til Schweiger stark ausgebaut werden. Noch in diesem Jahr ist geplant, erste gemeinsame Projekte zu verkünden. Zielgröße sind 20 Hotels bis 2022.

Der Vorstandvorsitzende von Vienna House, Rupert Simoner, erklärte: „Deutschland hat sich in der Hospitality super gemausert. Die Stadthotels von Arcona passen perfekt in das Portfolio von Vienna House.“ Alle Mitarbeiter der verkauften Arcona-Stadthotels werden von Vienna House übernommen. Die Hotels werden unter der Dachmarke Vienna House in Pacht geführt. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Vienna House kratzt an den Top Ten der bundesweit größten Hotelgruppen

Am Montagnachmittag stellte sich Simoner in Rostock den Direktoren von Arcona vor. Am Dienstagmorgen gab es den entscheidenden Notartermin in Berlin. Mitarbeiter und Lieferanten sind von einem Übergang ab 1. Mai unterrichtet. Vienna House kratzt künftig mit bundesweit 31 Hotels und fünf Projekten an den Top Ten der größten Hotelgesellschaften in Deutschland.

Im Bestand von Arcona bleiben einige feine Häuser, wie das erst im vergangenen Jahr sanierte Hotel Elephant in Weimar, das Wyn Strandhotel (ehemals Haus Westerland) auf Sylt, das Romantikhotel auf der Wartburg, das Gartenhotel Erika in Kitzbühel, das Hotel Hanseatic und Villen sowie das First Sellin auf Rügen. Dagegen gibt Arcona acht Häuser der Marke Arcona living (unter anderem in München, Osnabrück und Schaffhausen in der Schweiz) ab, sowie vier Arcona Hotels und auch alle fünf Franchisebetriebe unter der Marke Steigenberger. Hinzu kommen zwei Entwicklungsprojekte in Mannheim und Greifswald sowie elf von zwölf Restaurants der Marke Weinwirtschaft.

Arcona wurde 1995 als „Arkona Hotel GmbH“ gegründet und 2001 in eine AG umgewandelt. Später erwarben Alexander Winter und Prof. Gerhard das Unternehmen. Die größte österreichische Hotelgruppe Vienna House betreibt und entwickelt derzeit mehr als 40 Hotels in Europa mit dem Schwerpunkt auf Stadthotels unter den Marken Vienna House, Vienna House Easy und Vienna House R.evo. 2017 wurde die Gruppe an den thailändischen Immobilienentwickler und Investor U City PCL verkauft.

Auszug von O-Tönen der CEOs Rupert Simoner und Alexander Winter

Vienna House-CEO Rupert Simoner: „Wir expandieren nicht nur in Deutschland, aber Deutschland ist ein wichtiger Baustein in meiner Europa-Strategie. Es ist einer unserer Kernmärkte und verfügt im Unterschied zu anderen europäischen Ländern über viele wirtschaftlich interessante Standorte und Regionen."

Arcona-CEO Alexander Winter: „Wir haben im Grunde schon 2015 strategisch beschlossen, dass wir uns auch der Ferienhotellerie widmen. In der Ferienhotellerie sehen wir Zukunft. In den B- und C-Destinationen spüren wir dagegen, dass wir nicht mehr die einzigen Player sind. Heutzutage sind viele Große bis in die kleinen Städte vorgedrungen."

Mehr zum Thema inklusive Interviews mit Rupert Simoner und Alexander Winter in AHGZ Nr. 18 am 3. Mai


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