Kommentar

Foodwatch überzieht gewaltig

Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch gefällt sich allzu sehr in ihrer Aufklärerpose. Zuletzt hat das Saarland dem Foodwatch-Portal Topf Secret einen Dämpfer verpasst.

Holger Zwink, Chef vom Dienst Holger Zwink, Chef vom Dienst

Das Gerangel um die Online-Plattform Topf Secret nervt. Die Kontrahenten Foodwatch und DEHOGA beharken sich ausdauernd. Es geht um die Rechtmäßigkeit der Veröffentlichung von Hygienekontrollen auf dem Portal. Der DEHOGA sieht grundsätzliche rechtliche Probleme, die der Verband höchstinstanzlich geklärt haben will.

Der Verein Foodwatch hingegen sieht das Recht ganz selbstverständlich auf seiner Seite und scheut dabei auch vor zweifelhaften Kampagnen gegen den DEHOGA und seine Repräsentanten nicht zurück. Sie werden beschuldigt, Dinge zu verheimlichen und Transparenz zu bekämpfen. Nicht zu schade ist sich Foodwatch auch, aus einem vorläufigen Schreiben des Ernährungsministeriums zu zitieren, in dem Ministerin Klöckner die Plattform Topf Secret vermeintlich „begrüßt“. Und sogleich von einer „schallenden Ohrfeige für die Gastro-Lobby“ zu sprechen. Foodwatch überzieht gewaltig. Die Versuchung scheint groß (nicht nur bei Foodwatch), sich moralisch höherstehend zu wähnen und dabei den Bogen zu überspannen. Die Weigerung des Saarlands, Prüfberichte herauszugeben, ist daher ein richtiges Signal. Den Streit endgültig entscheiden müssen jedoch Richter. Holger Zwink


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