Neueröffnung


Michael und Thomas Mack im Interview

ahgzplus Europa-Park: Neues Hotel Krønasår pünktlich am Start

Großer Tag in Rust: Der Europa-Park eröffnet am Abend mit 650 Gästen das neue Museumshotel. Dahinter steckt ein ausgeklügelter Plan.

Geschäftsführende Gesellschafter des Europa-Park: Thomas Mack und Michael Mack.Geschäftsführende Gesellschafter des Europa-Park: Thomas Mack und Michael Mack.

RUST. Mit großer Spannung wird die Eröffnung des Themenhotels Krønasår am Freitagabend im Europa-Park in Rust erwartet. Für das Hotel und den Wasserpark Rulantica, der im November in Betrieb genommen wird, flossen Investitionen von 180 Mio. Euro. Damit will das Unternehmen in eine neue Dimension springen und sich dabei dennoch treu bleiben. Wie sie das machen, erklären die geschäftsführenden Gesellschafter Michael und Thomas Mack im AHGZ-Interview.

Thomas Mack, Michael Mack, im Europa-Park sind zwei gigantische Projekte aus dem Boden gestampft worden. Das Museumshotel Krønasår wurde rechtzeitig fertig, der Wasserpark Rulantica folgt am 28. November. Wie ist ihre Verfassung angesichts der Investitionen von 180 Millionen Euro?

Thomas Mack: Das ist für das Familienunternehmen Mack ein Riesen-Schritt und die größte Investition in der 239-jährigen Geschichte. Wir sind stolz und den Mitarbeitern sehr dankbar, dass wir pünktlich mit dem Hotel an den Markt gehen konnten. Durch den Brand im Themenbereich Skandinavien und die Wiederaufbauarbeiten waren viele Ressourcen anderweitig gebunden.

Michael Mack: Schon das ganze vergangene Jahr war sehr anstrengend mit der Umgestaltung und Neueröffnung des „Eurosat CanCan Coaster“ und natürlich mit dem Wasserpark. Unser Bau-Team ist normalerweise für ein Investitionsvolumen von 20 bis 30 Millionen Euro verantwortlich, es ist an der Belastungsgrenze angelangt. Den Brand hätte keiner gebraucht.

Hatten Sie nie ein mulmiges Gefühl?

Michael Mack: Die erste Idee für den Wasserpark liegt ja schon 20 Jahre zurück. Die Angst vor der Höhe der Investionen war nicht so groß. Zweifel hatten eher mit der Frage zu tun, ob die voll ausgelastete Bauwirtschaft ausreichende Kapazitäten für unser Leuchtturm-Projekt hat.

Thomas Mack: Wir haben gemeinsam in der Familie entschieden, diesen Schritt in Richtung einer eigenen Kurzreisedestination zu gehen. Denn wir müssen innovativ bleiben und auch wachsen. 80 Prozent unserer Gäste kommen zum wiederholten Mal, sie erwarten immer wieder etwas Neues. Das Risiko beim Bau eines weiteren Hotels war eher gering, denn wir haben ja eine Auslastung in der Saison von 95 Prozent. Beim Wasserpark waren wir schon überrascht, dass wir trotz der Bedeutung des Projektes keinen Generalunternehmer gefunden haben und die Aufträge einzeln vergeben mussten. Niemand ist begeistert aufgesprungen.

Wie konnten Sie das Mega-Bauvorhaben finanzieren?

Michael Mack: Wir haben gut gewirtschaftet und haben gute Banken.

Ihr Vater Roland Mack erzählt gern die Geschichte von einem angefragten Kredit bei der Dresdner Bank, der vor vielen Jahren nicht gewährt wurde. Dann resümiert er: Die Bank gibt es nicht mehr, aber der Europa-Park lebt. Wie ist es heutzutage?

Michael Mack: Wir haben die Philosophie, dass wir langjährigen Partnern die Treue halten. Damals waren die Volksbanken für uns da und so halten wir das heute noch. Die Banken wissen, dass wir nachhaltig sind und schließlich geht es um eine Expansion in Deutschland und nicht um Hoch-Risikokapital.

Der Europa-Park ist mit nunmehr sechs Hotels und 5800 Betten das größte Hotel-Resort in Deutschland. Wie hat sich das mit Inbetriebnahme des sechsten Themenhotels, des Krønasår, nun entwickelt?

Thomas Mack: Erstaunlich gut. Wir haben die Buchungsstrecke im August 2018 eröffnet, wohl wissend, dass wir pünktlich fertig werden müssen. Es gab einen unheimlichen Run auf das Hotel. Noch 1995 haben wir keinen Betreiber für Hotels bei uns gefunden. Nun sind wir fest davon überzeugt, dass wir immer mehr zu einer eigenen Destination werden.

Der Freizeitpark hat 71 Restaurants, Kaffees und Bars mit einem Gesamtumsatz von mehr als 100 Millionen Euro, richtig?

Thomas Mack: Der Europa-Park als umsatzstärkster Gastronomiebetrieb und größtes Hotelresort in Deutschland – das haben nicht viele auf dem Schirm. Mit dem neuen Restaurant Bubba Svens im Stil eines alten Bootshauses, der Bar Erikssøn und dem Fine Dining Restaurant Tre Krønen mit nordischer Küche sowie Café Konditori haben wir nun etwa 1500 Sitzplätze hinzu gewonnen. Und mit Brian Bojsen haben wir einen hervorragenden und authentischen Experten gefunden, der uns beratend zur Seite steht.

Wer denkt sich Namen aus wie Krønasår oder Rulantica?

Thomas Mack: Für Rulantica haben wir Namenspapst Manfred Gotta engagiert, der schon die Begriffe Twingo, Smart und Panamera erfunden hat. Krønasår stammt von einer Münchner Agentur. Es soll nordisch-sympathisch und vielleicht ein bisschen geheimnisvoll klingen.

Krønasår ist als Museumshotel konzipiert, in dem nicht ganz ernst gemeinte archäologische Attraktionen präsentiert werden. Wie sieht das konkret aus?

Thomas Mack: Es wurde eine richtige Storywelt um die versunkene Stadt Rulantica entwickelt. Wir sehen von außen das Museumsgebäude, das Hotel Krønasår mit einer Hafenatmosphäre. In der Lobby ist eine übergroße Schlange ausgestellt, überall stehen Vitrinen mit Fundstücken.

Michael Mack: Der Wasserpark hat ein außergewöhnliches Konzept. Wir dachten, dass Palmen und Karibikflair eher nicht zu unserem Tannenwald vor der Tür passen und so haben wir uns für ein nordisches Konzept entschieden. Das gibt es bisher nirgends. Der Coppenrath Verlag in Münster hat sich begeistern lassen, einen Roman über Rulantica zu schreiben, der im Herbst auf der Buchmesse vorgestellt wird. Insgesamt werden es drei Bände.

Die Bauarbeiten am Wasserpark dauern noch an. Was bekommt der Hotelgast davon mit?

Thomas Mack: Sie sehen es ja. Das Hotel ist durch den See vom Wasserpark getrennt und in sich geschlossen. Insofern bekommt man nichts von Baustelle mit. Es geht vor allem um den Innenausbau. Die Hotelgäste können den kostenlosen Bus-Shuttle in den Europa-Park nutzen.

Bleibt es beim Bus?

Michael Mack: Wir denken über ein schienengebundenes Transportsystem nach. Das Erlebnis beginnt ja schon bei der Anfahrt. Dadurch würde auch der Verkehr auf der Straße zurückgehen.

Gibt es schon einen Eröffnungszeitpunkt für den Wasserpark?

Thomas Mack: Das Ticketing für die Eröffnung am 28. November hat bereits begonnen. Das wird für uns eine Riesen-Herausforderung. Anders als im Europa-Park kann man den Wasserpark nur mit einer vorab gebuchten Eintrittskarte besuchen, denn wir können maximal 3500 Gäste zeitgleich hineinlassen. Man muss sich vorher online informieren.

Wird der Park künftig im Jahr länger geöffnet bleiben?

Thomas Mack: Anders als der Europa-Park wird der Wasserpark das ganze Jahr geöffnet sein. Im Europa-Park beginnt derzeit die Saison eine Woche vor Ostern und dauert bis Anfang November. Eine weitere Öffnung gibt es ab Ende November bis zum Ende der Winterferien in Baden-Württemberg. Im ersten Jahr des Wasserparks rechnen wir mit einem Besucherplus von 600.000, so dass wir 2020 auf insgesamt mehr als sechs Millionen Gäste kommen werden. Derzeit beträgt die Aufenthaltsdauer im Europa-Park im Durchschnitt 1,4 Nächte. Wir wünschen uns, dass die Besucher eine Nacht dranhängen.

Wie viele Arbeitsplätze sind mit den neuen Projekten verbunden?

Thomas Mack: Insgesamt 550, davon 250 im Hotel. Das ist nicht leicht zu stemmen, da in der Region fast Vollbeschäftigung herrscht. Wir müssen einiges tun, haben in der Slowakei ein Büro eröffnet, ein tolles Schulungszentrum im Europa-Park und Mitarbeiterwohnungen in Rust gebaut. Es läuft viel hinter den Kulissen ab. Insgesamt hat der Europa-Park knapp 4500 Arbeitsplätz, mit indirekten Effekten sind es hier in der Region 8000 Stellen.

Das vollständige Interview lesen Sie im Europa-Park-Spezial, das am 13. Juni erscheint und der AHGZ-Printausgabe beiliegt


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