Michelin-Sterne


Restaurantkritik

Neuer Michelin-Sterne-Rekord in Deutschland

Der Michelin hat fünf neue 2-Sterne-Restaurants ausgezeichnet, aber keine neue Höchstnote vergeben. Berlin mit vier, Hamburg und Nürnberg mit drei, Stuttgart mit zwei neuen 1-Stern-Lokalen.

Auf Anhieb zwei Sterne für das Purs in Andernach: Christian Eckhardt Auf Anhieb zwei Sterne für das Purs in Andernach: Christian Eckhardt

BERLIN. In Deutschland gibt es einen neuen Sterne-Rekord. Der Guide Michelin hat in der aktuellen Ausgabe 309 Restaurants mit mindestens einem Stern ausgezeichnet, das sind neun Adressen mehr als im Vorjahr. Darunter sind die bisherigen zehn 3-Sterne-Restaurants, 38 Restaurants mit 2 Sternen und 261 Adressen mit einem Stern. (Die komplette Liste finden Sie im Anhang.)

Der Guide Michelin hat fünf Restaurants in Deutschland neu mit zwei Sternen ausgezeichnet und 37 neue Ein-Stern-Wertungen vergeben. Auf Anhieb zwei Sterne holte das erst im Februar 2018 eröffnete Restaurant Purs im rheinland-pfälzischen Andernach unter Leitung von Küchenchef Christian Eckhardt. (Auf der Facebook-Seite der AHGZ läuft ein Interview von AHGZ-Chefredakteur Rolf Westermann mit Christian Eckhardt.)

Ebenfalls neu in die 2-Sterne-Liga aufgestiegen sind mit dem Luce d’Oro auf Schloss Elmau in Krün, dem Sosein in Heroldsberg und dem Alexander Herrmann by Tobias Bätz drei Adressen in Bayern. Komplettiert wird die Liste der fünf neuen 2-Sterne-Häuser im Guide Michelin Deutschland 2019 durch das Ox & Klee in Köln.

Die Ausgabe 2019 belegt die ungebrochen positive Entwicklung der deutschen Topgastronomie, sagte Pascal Couasnon, CEO Michelin Food & Travel, der für den erkrankten internationalen Direktor Gwendal Poullennec eingesprungen war. „Getragen wird dieser Erfolg sowohl von etablierten Altmeistern der Spitzenküche als auch von einer Generation junger, talentierter Köche mit erstklassiger Ausbildung und neuen, frischen Ideen.“

Innovative Gastro-Konzepte in den Metropolen

Viel Bewegung ist nach wie vor in der Berliner Spitzengastronomie, die seit Jahren für ihre innovative Küche bekannt ist. In der Bundeshauptstadt finden sich vier neu besternte Häuser mit ungewöhnlichem Konzept, wie beispielsweise das frischgebackene 1-Stern-Restaurant Coda Dessert Dining. Wie der Name schon sagt, basiert die Küche hier maßgeblich auf modernen Patisserie-Techniken. Weitere Newcomer sind das Ernst, das auf maximal frische Produkte aus der Region setzt, das Savu, das nordische, spanische und italienische Küche kombiniert, und das Kin Dee, das für seine thailändischen Gerichte auch Zutaten aus dem Umland verwendet.

Auch Hamburg baut seinen Ruf als Destination für Liebhaber guten Essens aus. In der Hansestadt sind gleich drei Restaurants ansässig, die auf Anhieb mit einem Stern ausgezeichnet wurden. Neben dem Lakeside im Hotel The Fontenay und dem Bianc in der Hafencity ist dies das 100/200 von Thomas Imbusch, der getreu der Devise „Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt“ grundsätzlich ohne Speisekarte arbeitet.

Neues auch aus dem Süden Deutschlands: Nach Frankfurt und Berlin hat nun auch München als weitere deutsche Großstadt mit dem Tian ein vegetarisches Restaurant mit Stern. Das gleichnamige Restaurant in Wien hatte sich bereits 2014 mit seinem vegetarischen Konzept einen Michelin-Stern erkocht.

Neue Gourmet-Hotspots

Zusehends zum kulinarischen Hotspot entwickelt sich Nürnberg. Der Michelin 2019 zeichnet mit den Restaurants Koch und Kellner, Der Schwarze Adler und Waidwerk gleich drei Häuser in der Frankenmetropole neu mit einem Stern aus. Nürnberg verfügt damit nun über fünf Restaurants mit einem Stern. Hinzu kommt mit dem Essigbrätlein eine bereits etablierte 2-Sterne-Adresse. Auch Stuttgart ist mit zwei neuen Sternen bedacht worden. Das Restaurant Zauberlehring in der Altstadt und Hupperts im Stuttgarter Süden haben die Auszeichnung erhalten. Der erhoffte zweite Stern für Denis Feix im Restaurant Zirbelstube im Althoff Hotel am Schlossgarten ist aus Stuttgarter Sicht leider ausgeblieben.

Auch in der Gourmethochburg Baiersbronn hat sich etwas getan: Das Restaurant Schlossberg im Hotel Sackmann mit Jörg und Nico Sackmann am Herd hat seinen zweiten Stern verloren. Dafür hat sich die Köhlerstube mit Küchenchef Florian Stolte (34) einen Michelin-Stern geholt.

Zum echten Gourmetziel avanciert schließlich die 30.000-Einwohner-Stadt Andernach am Mittelrhein. Zusammen mit dem neuen 2-Sterne-Haus Purs weist die rheinland-pfälzische Gemeinde jetzt drei Sterne-Adressen auf.

Die 56. Ausgabe des Restaurant- und Hotelführers empfiehlt auf 960 Seiten insgesamt 1864 Restaurants und 1560 Hotels, davon:

309 Restaurants mit Michelin-Sternen

10 3-Sterne-Restaurants

38 2-Sterne-Restaurants, darunter 5 neue

261 1-Stern-Restaurants, darunter 37 neue

424 Bib Gourmand-Restaurants, darunter 39 neue

  red/rw/hz


Möchten Sie auf ahgz.de zukünftig alle Inhalte unbegrenzt nutzen?Jetzt informieren!Nicht jetzt

Sie sind bereits Abonnent?Hinterlegen Sie hier Ihre Auftragsnummer!