Personalie

Chefwechel im Adlon Berlin: Al-Amiry geht, Sorgenfrey kommt

Eines der bekanntesten Hotels in Deutschland bekommt einen neuen Chef. Der geschäftsführende Direktor des Adlon Berlin, Matthias Al-Amiry, übergibt sein Amt nach drei Jahren an Michael Sorgenfrey.

Veränderung: Matthias Al-Amiry verlässt das Adlon, Michael Sorgenfrey übernimmtVeränderung: Matthias Al-Amiry verlässt das Adlon, Michael Sorgenfrey übernimmt

BERLIN. Nach drei Jahren als geschäftsführender Direktor des Adlon Kempinski Hotels in Berlin übergibt Matthias Al-Amiry sein Amt an Michael Sorgenfrey. Das teilte das Hotel am Donnerstagabend mit. Al-Amiry übernimmt als Managing Director die Leitung des The Capitol Kempinski Singapores. Außerdem wird er als Regional Vice President Southeast Asia für die beiden Kempinski Hotels in Bangkok, die beiden Häuser in Jakarta und auf Bali sowie die Entwicklung weiterer Hotels in Südostasien verantwortlich zeichnen.

Der neue Chef am Brandenburger Tor, Michael Sorgenfrey (52), beginnt am 17. Februar. Er ist ein bekanntes Gesicht im Adlon. Bereits in den Jahren 1997-1999 war er laut Mitteilung des Hotels als Food & Beverage Operations Manager maßgeblich an der erfolgreichen Wiedereröffnung des Hotel Adlon Kempinski Berlin beteiligt; 2002 kehrte er für drei Jahre als Hotel Manager an die bekannte Wirkungsstätte zurück. Das Adlon Berlin ist eines der bekanntesten Hotels in Deutschland. Es hat 307 Zimmer, 78 Suiten, drei Restaurants sowie einen Spa- und Wellnessbereich. Es gehört zur ältesten Luxushotelgruppe Europas. Die 1897 gegründeten Kempinski-Kette betreibt derzeit 76 Fünf-Sterne-Hotels und Residenzen in 35 Ländern.

Kritik am Adlon

Im vergangenen Jahr hatte Hotelexperte Carsten K. Rath den Zustand des Adlon kritisiert. In seiner Kolumne im Handelsblatt schrieb er über „Kleingeist“ und „Rationalisierungswahn“ in dem Traditionshaus. Rath, der selbst einmal stellvertretender Direktor dort war, zählte in seinem Hotelbericht diverse Mängel auf – von abgenutzten Bodenfliesen bis hin zu unachtsamen Doormen.

Dazu erklärte der neue Kempinski-CEO Martin R. Smura im ahgz-Interview: "Das Hotel liegt mir besonders am Herzen und es ist nach wie vor der ultimative Indikator der Marktdurchdringung." Das Adlon habe 80 Prozent Belegung bei einer Durchschnittsrate, die um 100 Euro über den Mitbewerbern liege. "Die Kritik nehmen wir ernst und wir werden die Dinge angehen", sagte Smura Anfang Oktober vergangenen Jahres im Interview.

"Abschied fällt nicht leicht"

Al-Amiry erklärte: „Auch wenn der Abschied von meinem fantastischen Adlon Team nicht leicht fällt, so bin ich doch sehr stolz, dass wir gemeinsam die Geschichte dieses besonderen Hauses weiterschreiben konnten", so Matthias Al-Amiry. "Allerdings hat nichts so viel Bestand wie der Wandel und so sehe ich meiner neuen Herausforderung mit Freude und Optimismus entgegen."

Sorgenfrey kann auf eine große Karriere in der internationalen Luxushotellerie blicken. Angefangen mit seiner Ausbildung zum Koch im Kempinski Hotel Atlantic Hamburg 1985, stieg der passionierte Gastronom und Hotelier über verschiedene Stationen stets auf. So folgte er unter anderem dem Ruf des Mandarin Oriental Bangkok, Thailand, wo er 1999 zum Executive Assistant Manager ernannt wurde. Später, nach der erfolgreichen Eröffnung des Kempinski Hotels Barbaros Bay Bodrum im Jahr 2005 und des Kempinski Hotels Adriatic Istria im Jahr 2009, nahm Sorgenfrey eine neue Herausforderung an und zog 2010 als General Manager des Grand Millennium Al Wahda Hotels and Residences mit 840 Zimmern nach Abu Dhabi.

Lange Kempinski-Karriere

Im Jahr 2012 wurde er zum General Manager des Palace Downtown Dubai ernannt, das zu den Address Hotels & Resorts gehört. Anschließend war er als Geschäftsführer bei RIMC Deutschland Hotels & Resorts, einer Tochtergesellschaft der RIMC International Hotels & Resorts GmbH, tätig und für die operative und strategische Führung der 15 Hotels in Deutschland verantwortlich. Im Herbst 2019 folgte er abermals dem Ruf von Kempinski Hotels und wurde zum Vice President Operations, Middle East & Africa ernannt.

„Bekanntlich sind aller guten Dinge drei und daher freue mich sehr, wieder ins berühmte Hotel Adlon Kempinski Berlin zurückzukehren“, erklärte Michael Sorgenfrey. „Hier habe ich bereits sehr wertvolle Erfahrungen gesammelt. Mein erstes Anliegen ist natürlich, das heutige Haus, seine Abläufe und insbesondere seine Mitarbeiter kennen zu lernen und mich möglichst schnell einzuleben. Ich übernehme nicht nur ein starkes Team und ein erfolgreich geführtes Hotel, ich komme wieder zurück in die wahrscheinlich spannendste Stadt: Berlin hat in historischer, politischer und kultureller Hinsicht unglaublich viel zu bieten. Für mich persönlich schließt sich ein Kreis.“

Der gebürtige Hamburger hat einen European Executive Master of Business Administration von der Reims Management School und ein F&B Management Certificate von der Cornell University in New York absolviert.

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