Neueröffnung


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Ein Hotel für Kinder, Camper und Kinofans

Das Pierdrei Hotel Hafencity Hamburg ist als Teil des Mixed-use-Projekts KPTN gestartet. Zum Hotel gehören 212 Zimmer, drei Wohnwagen, Märchenhöhle, Daddel-Fleetz-Ecke – und das Restaurant Kitchens.

Ambitioniert: Das Quartier KPTN mit Pierdrei Hotel und Astor-Kino. Es soll dem Stadtteil neues Leben einhauchen.Ambitioniert: Das Quartier KPTN mit Pierdrei Hotel und Astor-Kino. Es soll dem Stadtteil neues Leben einhauchen.

HAMBURG. Flipper, Lego, Kletterwand – im Racker Room finden Kinder und Jugendliche alles, was ihr Herz begehrt. Rund 200 Quadratmeter elternfreie Zone stehen im Pierdrei Hotel für Hausgäste ab vier Jahren zur Verfügung. Es gibt eine Kids Area für Kinder von vier bis neun Jahren mit Spielzimmer, Tobe- und Märchenhöhle und Mal- und Bastelbereich. Und für Teenager ab zehn Jahren gibt es eine Daddel-Fleetz-Ecke mit Playstation, eine Knutsch-Ecke sowie Kicker, Flipper und einen Spiele-Tisch. „Kinder und Jugendliche kommen in vielen Häusern zu kurz und langweilen sich, wenn die Eltern einen schönen Abend haben wollen“, sagt Gesellschafter Gerrit Braun, „bei uns wird das nicht passieren. Wir sind selbst große Kinder und wissen, wie man Spaß hat.“

Gemeinsam mit seinem Bruder Frederik betreibt Gerrit Braun das Miniaturwunderland in der Speicherstadt, das zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Hamburgs zählt. Im Boot sind auch Halbbruder Sebastian Drechsler, der Theaterunternehmer Norbert Max Aust und Hotelier Kai Hollmann. Sie verbindet der Gedanke, ein attraktives Hotel für Hamburger und ihre Gäste zu schaffen. „Uns vereint die Liebe zu besonderen Orten und kreativer Spielerei“, so Frederik Braun.

5 Millionen Euro für

das Interieur des Hotels

Das Pierdrei Hotel ist Teil des KPTN-Projekts (Kurzform für Kapitän) in der Hafencity. Rund 120 Mio. Euro hat der Projektentwickler DC Developments in den Bau von 219 Wohnungen investiert, Einzelhandel, ein Kino und das Hotel, davon 45 Mio. Euro in das Pierdrei. Hinzu kommen knapp 5 Mio. Euro für die Inneneinrichtung des Design-Hotels. 2016 hat die Patricia Immobilien AG die Immobilie für einen ihrer Fonds erworben. Das Gebäude ist nach einem Entwurf von Architektin Hon.Prof. Johanne Nalbach, Nalbach + Nalbach Architekten Berlin, entstanden.

Das nicht klassifizierte Design-Hotel auf 4-Sterne-Niveau verfügt über 212 Zimmer in fünf Kategorien. Darunter befinden sich 21 barrierefreie Zimmer sowie fünf Family-Suiten mit Verbindungstür. Einzigartig sind drei Wohnwagen auf einer Terrasse im 1. Stock des Hotels. Sie stehen von April bis Oktober für jeweils zwei Personen für Übernachtungen zur Verfügung. „Wintercamping bieten wir auf Anfrage“, sagt Stefan Pallasch. Der Direktor hofft, im ersten Geschäftsjahr eine Zimmerauslastung von 80 Prozent zu erreichen. Die Preise beginnen für ein Zimmer der 18 Quadratmeter großen Kategorie Small bei 100 Euro pro Nacht. Im Schnitt verweilen die Gäste 1,8 Tage im Pierdrei Hotel.

Das Haus wurde nach dem Hafencity Goldstandard errichtet. Das Umweltzeichen in den Kategorien Platin, Gold oder Silber erhalten Gebäude, die Kriterien der Nachhaltigkeit erfüllen. „Bei uns werden etwa die Toiletten mit Regenwasser gespült“, so der Direktor.

Wer das Hotel Am Sandtorkai 46 betritt, kommt nach der Lobby in das Restaurant Kitchens. Bilder und Accessoires in Hochregalen verzieren den sechs Meter hohen Raum mit 120 Sitzplätzen. Küchenchef Markus van Doorn hat die Bauzeit des Hotels genutzt, um sich auf Reisen inspirieren zu lassen. Auf der Speisekarte stehen Klassiker wie Matjestartar, aber auch Ramen, Ravioli und Pulpo a la Gallega. Außerdem gibt es unter dem Motto „Kitchens goes Asia“ asiatische Spezialitäten. Hauptgerichte kosten zwischen 18,50 Euro und 29,50 Euro. Zum Kitchens gehört auch eine Bar mit jeweils 50 Außen- und Innenplätzen. Hier bietet Barchef Andreas Ertel außer den passenden Mixgetränken sechs Sorten Bier vom Fass an. Wer seinen Sundowner lieber im Freien trinkt, weicht auf den Dachgarten Moon 46 im 8. Stock des Hotels aus.

Direkt neben dem Eingang zur Bar von der Piazza aus befindet sich auch der Aufgang zur Hafenbühne. Das Theater mit einer 18 Quadratmeter großen Bühne und 199 Sitzplätzen steht für Konzerte, Kleinkunst, Comedy und Lesungen zur Verfügung. „Wir wollen die Bühne auch Schulen zur Verfügung stellen“, sagt Pallasch. Außerdem kann die Hafenbühne für Präsentationen und Firmenevents von bis zu 100 Personen genutzt werden. „Wir wollen hier sonntags auch die ARD-Sendung Tatort zeigen“, so Pallasch. Wem der Sinn nach großem Kino steht, geht in die benachbarte Astor Film Lounge mit drei Kinosälen und 440 Plätzen. Über weitere Tagungsräume verfügt das Hotel nicht.

Gepäckaufgabe

wie in einem Bahnhof

Einen Wellness-Bereich sucht der Gast vergeblich. Wer sich allerdings bewegen und über die Hafencity hinaus schweifen möchten, leiht sich im Keller des Hotels beim Fahrrad und Funsport-Verleih Dreicycle das passende Gefährt. Im Shop Pierthings am Rande der Lobby befindet sich der Concierge sowie eine Auswahl an Design-Produkten und ein Ticketverkauf. Eine Besonderheit ist auch „Fort Knox“. Der Aufbewahrungsbereich für Gepäck mit Einzelschließfächern erinnert an die Gepäckaufgabe in einem Bahnhof.

60 Mitarbeiter kümmern sich um die Gäste des Design-Hotels. Das Housekeeping haben die Betreiber outgesourced. „Es ist uns gelungen, ausreichend Mitarbeiter zu finden“, sagt Pallasch. Der Direktor plant künftig auch, selbst auszubilden. „Wir starten mit drei bis vier Azubis.“ Helmut Heigert


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