Neueröffnung


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Super-Budget in Bernkastel-Kues

Das zu Jahresbeginn eröffnete Easy Hotel an der Mosel ist das dritte Haus der Marke in Deutschland, aber das einzige in einer Kleinstadt. Die Übernachtung gibt es schon ab 19,90 Euro.

In einer ehemaligen Textilfabrik ist das Easy Hotel von Bernkastel eingerichtet wordenIn einer ehemaligen Textilfabrik ist das Easy Hotel von Bernkastel eingerichtet worden

BERNKASTEL-KUES. Geschäftsreisende, Wanderer, Motorrad- und Radfahrer sowie andere Touristen gehören zur Zielgruppe des Easy Hotels, das seit Jahresanfang im Gewerbegebiet von Bernkastel Übernachtungen ab 19,90 Euro offeriert. Die Einzelzimmer, die zu diesem spektakulären Preis vermietet werden, sind klein, aber sauber. Sie verfügen über ein bequemes Bett, eine Nasszelle mit Waschbecken, Dusche und WC sowie eine individuell regelbare Klimaanlage. W-Lan gibt es gegen Gebühr.

Bei der Marke Easy Hotels handelt es sich um ein Franchisesystem der britischen Fluggesellschaft Easy Jet, in dessen Rahmen bislang erst zwei weitere Häuser an den deutschen Standorten Frankfurt und Berlin, außerdem rund 30 Hotels in anderen europäischen Ländern sowie in den Vereinigten Arabischen Emiraten (Dubai) betrieben werden. Die Gruppe expandiert stark.

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Das neue Hotel in Bernkastel ist der einzige Standort in einer Kleinstadt. Der aus Bernkastel stammende und in Luxemburg lebende Unternehmer und Professor Nicolaus Wenzel hat das Hotel mit 99 Zimmern und insgesamt 231 Betten in der ehemaligen Textilfabrik seiner Familie an der Wuppertalstraße einrichten lassen. Deren Betrieb musste er 2012 nach einem schweren Hagelschaden aufgeben und teilweise ins Ausland verlagern. Es dauerte zwei Jahre, um die Fabrikhalle zu entkernen und in ein modernes Hotelgebäude mit zwei Etagen auf je 2100 Quadratmetern zu verwandeln.

Ehemalige Textilfabrik zum Hotel umgebaut

Die Rezeption ist täglich bis 20 Uhr besetzt, aber auch danach ist ein Ansprechpartner telefonisch zu erreichen. „Wenn ein späterer Check-in erforderlich sein sollte, ist in wenigen Minuten jemand vor Ort“, sagt der 51-jährige Hotelbesitzer. Bernkastel an der mittleren Mosel ist ein Tourismusziel mit zuletzt 3,2 Mio. Übernachtungen pro Jahr. „Die Stadt hatte eigentlich nicht genug Hotelzimmer – nicht nur in der Hauptsaison. Die Zahl der Hotel- und Pensionsbetten war seit Jahren rückläufig, es gab hier zuletzt 4200 Gästezimmer“, so der Investor. Der Bau von neuen Hotelzimmern sei kaum noch wirtschaftlich darstellbar, außer mit einem Konzept wie bei Easy Hotels. Der Umbau einer Fabrikhalle sei aber auch nicht günstiger als ein völliger Neubau.

Trotz seiner Lage im Gewerbegebiet verfügt das Hotel über genug eigene Parkplätze, deren Nutzung 8 Euro pro Nacht kostet. Auch für Fahrräder und Motorräder gibt es sichere Abstellplätze. Gleich vor dem Haus liegen zwei Bushaltestellen, von denen eine in Richtung Stadtmitte – zirka 1 Kilometer entfernt – und zum Bahnhof führt. Günstige Gaststätten sind nur wenige Fußminuten entfernt. Außerdem ist vorgesehen, die Cafeteria des Hotels demnächst auch abends als Bistro zu betreiben. Morgens können die Gäste hier für kleines Geld bausteinweise frühstücken: ein Kaffee kostet ab 1,70 Euro, ein belegtes Brötchen ab 1,80 Euro. Auch ein eigener Biergarten soll demnächst hinter dem Hotel eingerichtet werden. Touristische Angebot werden durch Partnerunternehmen angeboten und umgesetzt.

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„Der Gast möchte ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis haben, weil er sich dann mit seinem Budget mehr leisten kann“, ist Wenzel überzeugt. Der Einstiegspreis von 19,90 Euro für das günstigste Einzelzimmer gilt das ganze Jahr über. Für ein kleines Doppelzimmer mit 1,60 Meter breitem Bett werden in der Nebensaison 49,80 Euro verlangt, für ein Doppelzimmer mit zwei Einzelbetten sind 59,80 Euro fällig. Familien-Apartments für bis zu vier Personen sowie 32 barrierefreie Zimmer, die auf beiden Stockwerken mit oder ohne Aufzug erreichbar sind, komplettieren das Angebot. Auf Wunsch können auch ein Konferenzraum, der über vier Dachluken belichtet wird, sowie ein Wäsche- und Trockenraum gegen Gebühr genutzt werden.

Franchisegeber und Investor sehen Potenzial am Standort

Viele Gäste buchen online über das eigene Reservierungssystem, aber auch über die gängigen Buchungsportale werden die Zimmer vertrieben. Manche Kunden kennen bereits die Easy Hotels von anderen Standorten, neue Gäste wurden oft durch den günstigen Preis auf sie aufmerksam. „Einige Stammgäste haben wir schon gewinnen können“, berichtet der Hotelbesitzer, der bewusst das Know-how des Franchisegebers genutzt hat. Dessen Experten hätten zuvor auch den örtlichen Markt analysiert und grünes Licht für den Standort gegeben. Die Höhe der getätigten Investition beschreibt Wenzel mit „stramm“, ohne sich genauer auf die erforderlichen Millionen festlegen zu lassen.

„Aufgrund der Marktperspektive weiß ich, was ich tue“, begründet Wenzel seinen Optimismus, eine Rendite zu erwirtschaften. Er will zusätzliche Gäste nach Bernkastel bringen. Es gebe in der Stadt kein weiteres Hotel, das einen kompletten Bus unterbringen könne: „Den Markt kann außer uns keiner bespielen.“ Ein Teil des Hotels wurde allergikergerecht gebaut und eingerichtet. Zudem ist das gesamte Haus durch das Landesprogramm „Reisen für alle“ als behindertenfreundlich und barrierefrei zertifziert: „Diese Integration ist mir sehr wichtig“, so Wenzel.


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