Coronavirus


Preisgestaltung

ahgzplus Coronavirus – jetzt nicht in Panik geraten!

Zwar rechnet die Deutsche Zentrale für Tourismus mit Einbußen bei chinesischen Gästen. Hoteliers warnen jedoch davor, unter diesem Eindruck nun plötzlich Rabattaktionen zu starten.

Von der Polizei bewacht: Das H10 Costa Adeje Palace Hotel in La Caleta auf Teneriffa steht derzeit unter Quarantäne.Von der Polizei bewacht: Das H10 Costa Adeje Palace Hotel in La Caleta auf Teneriffa steht derzeit unter Quarantäne.

Das Coronavirus und seine Auswirkungen rücken näher. Der Tourismus ist massiv betroffen, auf 115 Mrd. Euro wird der Verlust bereits für Asien geschätzt, der Reiseverkehr ist seit Wochen eingeschränkt. Betroffen sind nun auch Mittelstrecken-Ziele wie die kanarischen Inseln, ein Hotel auf der Insel Teneriffa steht unter Quarantäne. Ganze Regionen in Norditalien sind abgeschottet, in der Geschäftsmetropole Mailand herrscht Ausnahmezustand.

Erste Konsequenzen in Deutschland

Hierzulande gibt es nun auch erste Konsequenzen: Die Messe Frankfurt verschiebt die Light + Building auf September – aufgrund der Corona-Gefahr. Womit ist als nächstes zu rechnen, wie hoch werden die Verluste? So genau weiß das niemand.

Noch zehn Rekordjahren in Folge ist die Furcht vor langfristig sinkender Auslastung und finanziellen Einbußen spürbar. Immerhin ist China ein wichtiger Quellmarkt der deutschen Hotellerie, 3,2. Mio. Übernachtungen stammen von dort. Laut der Zentrale für Tourismus könnte die Zahl der Übernachtungen aus China 2020 um bis zu 25 Prozent einbrechen. „Abzuwarten bleiben die negativen Folgen für den europäischen Tourismus, basierend auf den jüngsten Entwicklungen in Italien und auch den Vorbereitungen Frankreichs gegen eine Pandemie", sagt Jürgen Gangl, Vorsitzender der Hoteldirektorenvereinigung (HDV), zurahgz . Solange Deutschland jedoch von direkten Infektionsfällen, wie bisher, weitgehend verschont bleibt, sieht Gangl – er blickt als Hotelier auf den Berliner Markt – weiterhin die Chance „für einen positiven Verlauf des aktuellen Geschäftsjahres“.

Im Schnitt 4 Prozent RevPar-Rückgang

Fakt ist, dass der Berliner Markt seit Jahresanfang einen Rückgang in Belegung, Rate und RevPar hinnehmen muss. „Ob das jedoch allein dem Coronavirus zuzuschreiben ist oder sich die vorher schon abzeichnende Abschwächung der Wirtschaft auswirkt, ist kaum zu differenzieren“, so Gangl. Generell sei der Berliner Markt nicht so stark von China abhängig, dennoch befürchte er aber auch kurzfristige Absagen von Besuchern und Ausstellern auf der ITB. Die Messe Fruit Logistica sei Anfang Februar planmäßig durchgeführt worden, „aber mit leichtem Rückgang“.

Einer aktuellen Erhebung von Fairmas zufolge liegt der RevPar-Rückgang deutschlandweit bei 4 Prozent. Das sei allerdings nicht allein dem Coronavirus zuzuschreiben, so Niels Schröder, Managing Director von Fairmas. München beispielsweise hatte im Januar Rückgänge wegen Messeverschiebungen. Schröeder warnt vor unötiger Panik. So könne es zu einem Preiskampf kommen.

Max Luscher, Chef der Budgetkette B&B Hotels, sieht diesen bereits heraufziehen. „Ich sehe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass durch die indirekten Auswirkungen, die sich bis ins zweite Quartal ziehen können, die Auslastung leidet. Dann sinken die Preise.“ Für seine eigene Company rechnet Luscher bisher nicht damit. „Wir wachsen derzeit mit 3 Prozent RevPar-Plus“, sagte er derahgz .

„Schaut man sich die Entwicklung der bereits in Europa abgesagten Messen und Veranstaltungen an, kann man nur erahnen was in Deutschland passiert, wenn die Auswirkungen des Virus hier am Markt ankommen“, kommentiert Marco Nussbaum, CEO von prizeotel, auf Facebook. „Die steigenden Grundstücks- und Immobilienpreise haben zur Folge, dass die Anforderung der Investoren an ihre Rendite und damit die zu zahlende Miete oder Pacht für den Betreiber immer größer wird. Viele Betreiber haben in dem Glauben, dass das Wachstum immer so weitergeht, Verträge unterschrieben, deren Profitabilität erst bei extrem hoher Belegung und entsprechenden Durchschnittsraten einsetzt. Die Margen sind schon jetzt gering und kleinste Abweichungen können große Auswirkungen haben“, so Nussbaum.

So warnt der Hotelier – außer vor sinkenden Raten – auch davor, am Personal zu sparen. „Zuerst wird dann probiert, über die Personalkosten die Ergebnisse irgendwie zu retten, was sich direkt auf die Stimmung im Hotel und damit auf die Qualität auswirkt. Das resultiert in schlechten Gästebewertungen, und die Attraktivität als Arbeitgeber wird ebenfalls weiter sinken. Es wird somit noch schwerer, Menschen für sich zu gewinnen“, so Nussbaum.

Um sich selbst und ihre Gäste vor Ansteckung zu schützen, können Betriebe Hygienemaßnahmen ausbauen. Anweisungen dafür stellt der Dehoga in einem Merkblatt auf seiner Homepage zur Verfügung. Das Material basiert auf Vorgaben des Robert-Koch-Instituts.


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