Systemgastronomie

Vapiano will Corona-Liquiditätshilfen nutzen

Die Pizza-Pasta-Kette musste ihre Restaurants bereits in zahlreichen europäischen Ländern schließen. Sie erwartet ähnliche Anordnungen bald auch in Deutschland.

Tote Hose: Viele Restaurants haben geschlossen, andere sind kaum besuchtTote Hose: Viele Restaurants haben geschlossen, andere sind kaum besucht

KÖLN. Die Vapiano SE hatte bereits vor der Coronakrise miese Zahlen gemeldet. Durch die Epidemie und die angeordneten Schließungen und Betriebseinschränkungen ist das Unternehmen nun umso stärker betroffen und erwartet nun den Verlust der Hälfte des Grundkapitals. Im 2. Quartal 2020 ist der Umsatz um rund 20 Prozent zurückgegangen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Vapiano beabsichtigt daher, finanzielle Hilfen zu beantragen, die zahlreiche europäische Regierungen bereits angekündigt haben. Darüber hinaus wird Vapiano Kurzarbeit sowie die Stundung von Steuerzahlungen beantragen.

Besonders bitter: In vielen Ländern, in denen die Pizza-Pasta-Kette aktiv ist, sind Restaurantbetriebe in den letzten Tagen auf Anordnung der Behörden komplett geschlossen worden. Vapiano hat deswegen in Österreich, den Niederlanden, Luxemburg, Frankreich und den USA bis auf Weiteres nahezu dicht gemacht. Das Unternehmen erwartet gleichartige Anordnungen auch von deutschen Behörden in Bezug auf viele Restaurants in Deutschland. In Folge erwartet das Unternehmen einen signifikanten Rückgang des Konzerngesamtergebnisses im 1. und 2. Quartal 2020 gegenüber dem Niveau des jeweiligen Vorjahreszeitraums. 

Vapiano hatte gerade erst einen Finanzierung erhalten

Die Krise führe bei Vapiano, so das Unternehmen, zu einem zusätzlichen kurzfristigen Liquiditätsbedarf von mindestens 13,6 Mio. Euro. Bereits vor der Coronakrise und ihren Auswirkungen hatte sich Vapiano mit den wesentlichen Aktionären und den finanzierenden Banken auf Kernpunkte einer neuen und umfassenden Finanzierungslösung in Höhe von rund 10,7 Mio. Euro zur Deckung des zu der Zeit identifizierten Liquiditätsbedarfs zur weiteren Umsetzung der Transformation des Unternehmens geeinigt. Die Kernpunkte der Finanzierungslösung sind: Vapiano soll zusätzliche Liquidität durch seine Großaktionäre VAP Leipzig GmbH & Co. KG und Exchange Bio GmbH sowie die finanzierenden Banken erhalten, während letztere auch einer Rücksetzung der Kreditvereinbarungen ("Convenant Reset") für die bestehenden Kreditverträge zustimmen sollen. Mayfair Beteiligungsfonds II GmbH & Co. KG ("Mayfair") wird voraussichtlich entscheiden, ihre Anteile vorbehaltlich einer Ausnahmegenehmigung durch die BaFin in Bezug auf ein dadurch veranlasstes Pflichtangebot an einen erfahrenen Restrukturierungsexperten und Treuhänder zu übertragen.

Der Treuhänder soll die Transformation von Vapiano weiter unterstützen und instruiert werden, die Anteile zunächst zu halten und sie nach einer erfolgreichen Transformation des Unternehmens gegebenenfalls an Mayfair zurück zu übertragen oder einen Verkaufsprozess für die Anteile einzuleiten. Der Abschluss der Verhandlungen und die Implementierung der umfassenden Finanzierungslösung sind nun abhängig von der Gewährung von Finanzmitteln durch staatliche Covid-19 Unterstützungsprogramme.


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