Arbeitszeit


Überstunden

Gastronomensohn prangert Arbeitsbedingungen in Sterneküche an

Jan-Henrik Horn spricht von einem "fatalen Umgang" mit Überstunden in der Küche von Sternekoch Thomas Kellermann im Park-Hotel Egerner Höfe am Tegernsee.

In Restaurantküchen wird hart gearbeitet - um so wichtiger ist es, Arbeitszeit-Vorschriften einzuhalten In Restaurantküchen wird hart gearbeitet - um so wichtiger ist es, Arbeitszeit-Vorschriften einzuhalten

TÜBINGEN. Jan-Henrik Horn, der aus einer Tübinger Gastronomenfamilie stammt, hat mit der gestrigen Veröffentlichung im Schwäbischen Tagblatt auf Missstände in manchen Betrieben des Gastgewerbes aufmerksam machen wollen. Die Familie von Moltke, Betreiberin des luxuriösen Hotels, weist die Vorwürfe zurück.

Zu Beginn seiner Ausbildung habe es sich perfekt angefühlt, so Horn. In dieser Gegend in einem solchen Haus zu arbeiten, sei ein Traum für ihn gewesen. Jan-Henrik Horn wirft den Verantwortlichen in seinem Ausbildungsbetrieb vor, Überstunden nicht ausbezahlt und auch keinen Freizeitausgleich gewährt zu haben.

Ein Zeiterfassungssystem habe es in der Küche nicht gegeben. Zu Monatsbeginn hätten die Mitarbeiter zusammenkommen müssen, um in Anwesenheit einer Führungskraft in einer Tabelle hinter ihrem Namen zu unterschreiben. Dadurch hätten die Angestellten den Dienstplan mit Rahmenzeiten akzeptiert, sagt Horn im Schwäbischen Tagblatt.

Horn habe die Unterschrift nicht geleistet, mit der Folge, dass er zum Probezeitendgespräch mit Küchenchef Kellermann und Personalchefin Daniela Böhm gerufen worden sei. Dort sei Horn unter Druck gesetzt und in die Enge getrieben worden. Wenig später kam die Kündigung, schreibt die Zeitung. Horn setzt seine Ausbildung mittlerweile im Restaurant Hirsch in Kilchberg bei Tübingen fort.

Das Schwäbische Tagblatt hat die Familie von Moltke mit dem Sachverhalt konfrontiert. Sie bestreitet jedoch, Jan-Henrik Horn unter Druck gesetzt zu haben. Die Betreiberfamilie lässt indes prüfen, ob Horns Vorwürfe  den Straftatbestand der Verleumdung erfüllen.

Auf jeden Fall wird die Geschichte weiterhin die Öffentlichkeit und die Branche beschäftigen, denn Horn hat offenbar auch mit der Süddeutschen Zeitung Kontakt aufgenommen und - so das Schwäbische Tagblatt - auch der SWR wird sich am  20. August in seiner Sendung "Report Mainz" mit dem Thema beschäftigen. hz


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