Ausbildung


Überstunden-Streit

"Jan-Henrik Horns Vorwürfe sind haltlos"

Klaus Graf von Moltke, Eigentümer des Park-Hotels Egerner Höfe, weist die Anschuldigungen seines Ex-Azubis entschieden zurück. Ausbildung genieße in seinem Haus mit die höchste Priorität.

Enttäuscht vom Verhalten seines früheren Azubis: Klaus Graf von MoltkeEnttäuscht vom Verhalten seines früheren Azubis: Klaus Graf von Moltke

ROTTACH-EGERN. Die Vorwürfe des Tübinger Gastronomensohns und Koch-Azubis Jan-Henrik Horn (26) an die Adresse des Park-Hotels Egerner Höfe weist Eigentümer Klaus Graf von Moltke in Gespräch mit der AHGZ entschieden als „haltlos“ zurück. Horn hatte zuvor im Schwäbischen Tagblatt von einem „fatalen Umgang“ mit Überstunden in der Küche des Sternekochs Thomas Kellermann gesprochen und davon, dass er unter Druck gesetzt worden sei. Horns Ausbildungsverhältnis wurde vom Hotel vor Ablauf der Probezeit gekündigt (AHGZ berichtete).

Diesen Schritt begründet das Unternehmen so: „Das Ausbildungsverhältnis wurde gekündigt, weil für uns schon nach kurzer Zeit erkennbar war, dass Herr Horn für eine Ausbildung als Koch in unserem Haus nicht geeignet war. Er fiel insbesondere durch mangelndes Engagement und durch langsame Arbeitsweise auf.“ Nach dem Erhalt der Kündigung habe Horn im Schlussgespräch eine von ihm angefertigte Excel-Liste vorgelegt. Aus der jedoch nicht hervorgegangen sei, wer wann welche Überstunden angeordnet oder geduldet haben soll.

Laut Hotel wird in den Egerner Höfen aufgrund des wechselnden Geschäftsanfalls mit allen Angestellten ein Arbeitszeitkonto im Arbeitsvertrag vereinbart und im Alltag auch so geführt.

Die Geschäftsführung lässt dazu zwei ehemalige Auszubildende und nun Festangestellte in den Abteilungen Housekeeping und Küche zu Wort kommen: „Überstunden werden in den Egerner Höfen in Freizeit umgewandelt.“ Und weiter: „Die Monats- und Wochendienstpläne mit den hinterlegten Plus- oder Minusstunden werden offen besprochen. Unter Druck gesetzt wird hier niemand“, so die beiden Mitarbeiter.

Klaus Graf von Moltke: „Ich bin tief betroffen und enttäuscht. Wir haben uns immer gegen schwarze Schafe in der Branche gewandt.“ In seinem Unternehmen habe Ausbildung mit die höchste Priorität. Viele seiner Auszubildenden hätten Preise und Auszeichnungen erhalten. Das sei nicht zuletzt dem Engagement von Personalleiterin Daniela Böhm zu verdanken, die zudem Ausbildungsbotschafterin beim DEHOGA sei und sich kontinuierlich um die Fortbildung der Auszubildenden kümmere. Moltke weiter: „Und Küchenchef Thomas Kellermann schätze ich als großartige Führungskraft und tollen Ausbilder.“ hz


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