Mehrwertsteuer


Umstellung wegen Corona

ahgzplus Beim Liefergeschäft wird nur 7 Prozent Mehrwertsteuer fällig

Das Delivery- und Take-Away-Geschäft bleibt trotz Restaurantschließungen weiterhin erlaubt. Kleiner Lichtblick: Für Gastronomen ergibt sich dabei ein kleiner steuerlicher Vorteil.

Essen bestellen per App: Für viele in der Corona-Zeit eine AlternativeEssen bestellen per App: Für viele in der Corona-Zeit eine Alternative

BERLIN. Gäste im Restaurant zu empfangen ist nach den neuesten Beschlüssen der Bundesregierung nicht mehr erlaubt. Zu hoch wird das Risiko eingeschätzt, dass sich das Coronavirus dadurch weiter verbreiten könnte. Was jedoch erlaubt bleibt, ist Speisen zu den Kunden nach Hause zu liefern oder Gerichte zum Abholen anzubieten. Eine Chance für Gastronomen?

Ein kleiner Vorteil ergibt sich daraus immerhin: "Für Speisen, die geliefert oder abgeholt werden, sind in Deutschland sieben Prozent Mehrwertsteuer abzuführen. Das gilt auch auch in den Fällen, wenn sich ein Restaurant jetzt aktuell für dieses Angebot entscheidet", sagt Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Dehoga Bundesverbandes. Für Speisen, die im Restaurant selbst aufgetischt werden, werden hierzulande üblicherweise 19 Prozent Mehrwertsteuer fällig. 

Sorgfältig kalkulieren

Ob sich das Liefern für ein Restaurant in der Coronakrise lohnt, vermag Hartges nicht pauschal zu sagen. "Für manche Betriebe kann der Mitnehm-Service in der Tat ein Ersatzgeschäft sein, das hilft, die dramatischen Auswirkungen der Corona-Krise etwas abzumildern. Für andere Betriebe kommt das mit Blick auf das Konzept und die Speisen nicht in Betracht", schätzt die Dehoga-Hauptgeschäftsführerin. Das letztlich jeder Gastronom genau kalkulieren und abwägen. 

Bereits in der vergangenen Woche hatten zahlreiche Restaurants, Restaurantketten und sogar Bars angekündigt, ihre Produkte fortan zu liefern oder zum Mitnehmen anzubieten. Lieferflotten werden aufgerüstet, neue Fahrer eingestellt. [ahgz:200012261792]

The Ash verzichtet - der Sicherheit wegen

Allerdings machen nicht alle Gastronomen mit. Die Steakhouse-Kette The Ash beispielsweise hat sich dagegen entschieden und teilt nun auch mit, warum: "Wir wollen nicht riskieren, dass Gäste beim Abholen von Speisen aufeinander treffen und sich gegenseitig gefährden oder über den vermeidbaren Kontakt mit Bargeld infizieren", sagt Gründer und CEO Kent Hahne. Mitbewerber Block House hat unterdessen angekündigt, vollwertige Gerichte im Aromabeutel und gekühlt auszuliefern. Diese können dann in der heimischen Küche im Wasserbad in wenigen Minuten zubereitet werden.

Mehr zum Thema Take-Away- und Delivery-Geschäft lesen Sie in der gedruckten ahgz am kommenden Samstag und im ePaper.


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