Corona-Exit


Wegen Corona-Fallzahlen

Bayern - drastische Bußgelderhöhung sorgt für Kritik

Während Gastronomen bei Regelverstößen drastische Bußgelder drohen, ballen sich weiterhin Menschen an touristischen Hotspots - ein Beispiel aus Würzburg.

Mainbrücke in Würzburg: Gefühlt so voll, als gäbe es keine PandemieMainbrücke in Würzburg: Gefühlt so voll, als gäbe es keine Pandemie

MÜNCHEN/WÜRZBURG. “Corona verzeiht keinen Leichtsinn”, sagt der bayerische Ministerpräsident in München. In Bayern will er nach einem weiteren großen Corona-Ausbruch wieder härtere Maßnahmen und auch höhere Strafen durchsetzen. Unvernunft, mangelnde Vorsicht und zum Teil bewusste Verstöße gegen Hygienekonzepte und Regeln seien das Problem. "Daher ist das Tragen von Mund-Nase-Schutz ebenso wichtig wie ein Ausbau der Testkapazitäten und gegebenenfalls Quarantäne", betonte Söder.

Die bayerische Staatsregierung hat in diesem Zuge das Bußgeld für Betriebe bei Fehlverhalten verfünffacht. Bei Verstößen gegen Hygieneauflagen werden künftig 25.000 Euro statt bislang 5000 Euro fällig, wie Söder ankündigte.

Mainbrücke in Würzburg überfüllt

Das kritisiert der Würzburger Hotelier Christoph Unkell: "Anstatt in diesen ohnehin schon schweren Zeiten die Unternehmen zu bashen, wäre eigentlich der Staat mit seinen Ordnungskräften gefragt, die Leichtsinnigen und Uneinsichtigen zur Räson zu bringen." Als Beispiel nennt er das Mainufer und die allseits gut besuchte historische Brücke in der Würzburger Innenstadt. "Wie soll ich meinem Team und meinen Gästen meine strengen Hygieneregeln vermitteln, wenn sich gefühlt Niemand an die Regeln hält?

Noch sehen die Städte - auch in anderen Bundesländern - davon ab, trotz gravierender Verstöße öffentliche Plätze oder Publikumsmagneten zu sperren. In Köln beispielsweise wurden vergangene Woche 15 Gastronomen bestraft, weil sie die Corona-Regeln nicht korrekt durchsetzten. Die stets sehr volle Kölner Schildergasse wird aber nicht gesperrt. Allerdings setzt die Stadt nach eigenen Angaben verstärkt Ordnungskräfte an Hotspots ein. So auch in Stuttgart, wo seid der Krawallnacht vor einigen Wochen sowieso schon mehr Polizeiaufgebot herrscht. Nun sollen sich die Beamten auch verstärkt für die Einhaltung der Corona-Regeln sorgen.

Für den Stuttgarter Wirt Stefan Schneider hat es sich zudem ausgezahlt, mit den Behörden ein gemeinsames und sichereres Konzept für seinen Außenbereich zu erarbeiten. Weil der Gästeandrang wegen des schönen Wetters stärker wird, gleichzeitig aber seine Freifläche durch eine Baustelle eingeengt wird, haben sich Passanten und Partygänger wahllos unter seine Gäste gemischt. So waren Abstandsregeln nicht mehr möglich. Seine Freifläche soll nun mit einer Kordel abgegrenzt werden. Zudem darf der Wirt sie noch vergrößern.

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