Beschreibung

Wie weit gehen Sie, um beliebt zu sein? Jeder von uns will beliebt, erfolgreich und sympathisch sein. Jeder von uns hat deshalb schon einmal gegen seine Prinzipien, gegen seine Werte, seine Überzeugung und sein Bauchgefühl gehandelt. Viele Menschen geben sich sogar komplett auf, verbiegen sich, um die Bewunderung anderer zu bekommen. Kurzfristig erreichen sie dadurch Zuspruch. Auf lange Sicht verlieren sie sich aber selbst. Erfolg hat viel damit zu tun, seinen eigenen Weg zu gehen. Es geht dabei nicht darum, sich mit anderen zu vergleichen, sondern um den Mut zu polarisieren, eigene Maßstäbe zu setzen - und auszuhalten, dass wir es nicht jedem recht machen.

Autor und Top-Speaker Carsten K. Rath lebt, wovon er schreibt: Er erfüllt bewusst nicht Erwartungen, die von außen an ihn gestellt werden, sondern steuert sein Leben aktiv. Er ermutigt seine Leserschaft, sich nicht zu verstellen, sondern mutig einen eigenen Weg zu finden, um glücklich und erfüllt zu leben.

„Erfolg bedeutet Freiheit“

 

Karriere, Sympathie, Erfolg, Freiheit, Opportunismus…. Um diese Schlüsselbegriffe dreht sich alles im neuen Buch von Carsten Rath mit dem programmatischen Titel: Schluss mit Everybody’s Darling“

Der Autor, Vortragsredner und frühere Hotelier Carsten Rath erklärt in seinem neuen Buch, warum es nichts bringt, es jedem recht zu machen. Wir haben ihn gefragt, ob diese These wirklich stimmt.

 

Carsten Rath, in Ihrem neuen Buch gehen Sie hart mit Opportunisten und Erfolgssuchern ins Gericht. Aber sind Karrieristen am Ende nicht doch erfolgreicher?

Rath: Meine These ist klar: Wer Erfolg will, muss sich selbst treu bleiben und wer andere (Erfolgs-) Modelle kopiert, ist ein Abziehbild.

 

Was bedeutet Erfolg für Sie?

Rath: Erfolg ist nicht für jeden das gleiche. Erfolg bedeutet das tun zu können, was zu mir passt. Also auch, das nicht tun zu müssen, was nicht zu mir passt. Das ist der Grund, warum erfolgreiche Menschen oft umstrittene Persönlichkeiten sind: Wir lieben sie oder wir hassen sie. Sie tun nur das, was sie für richtig halten. Sie können nein sagen. Was Erfolg für Sie oder für irgendjemanden hier genau bedeutet, kann ich nicht sagen. Aber eines kann ich mit Sicherheit sagen: Wenn du langfristig auf deine Art erfolgreich sein willst, muss es dir egal sein, was andere davon halten. Nur Opportunisten fragen sich, was sie dürfen. Erfolgreiche Menschen fragen sich, was sie können. Aber um Ihre Frage noch konkret zu beantworten: Für mich bedeutet Erfolg Freiheit. Je freier ich bin, desto erfolgreicher empfinde ich mich.

 

Was ist der Unterschied zwischen Sympathie und Beliebtheit?

Rath: Hier hat das Internet für reichlich Verwirrung gesorgt. Die beiden werden oft miteinander verwechselt. Daran sind vor allem die sozialen Netzwerke schuld. Viele denken heute, ob ein Mensch sympathisch ist, könne man an den Likes bei Facebook messen. Und dann messen sie sich selbst an diesem Maßstab und fühlen sich schlecht. Der Unterschied ist eigentlich ganz einfach: Beliebtheit kann man faken, Sympathie nicht. Ich kann zum Beispiel ein Selfie mit einem Promi machen und dafür viele Likes bekommen – aber das heißt noch lange nicht, dass die Menschen mich mögen. Wenn wir ehrlich sind, sind uns auf der persönlichen Ebene doch oft die Menschen sympathischer, die Ecken und Kanten haben und eben nicht Everybody’s Darling sein wollen. 

 

Gibt es ein Erfolgsrezept, das für jeden passt?

Rath: Nein. Aber es ist total nachvollziehbar, dass wir das gern glauben wollen. Unser Gehirn funktioniert einfach so: Wir nehmen das als erfolgreich war, was uns immer als erfolgreich vorgeführt wird. Wenn uns tausendmal gesagt wird, wie erfolgreich Apple ist oder Helene Fischer oder Donald Trump, dann glauben wir: So wie die muss man es machen, dann wird man erfolgreich. Ist doch klar! In Wahrheit sind die aber erfolgreich, weil sie etwas ganz anders machen als alle anderen. Erfolgreiche Menschen nutzen ihre Einzigartigkeit. Aber das ist eben nicht einfach, das ist eine Herausforderung und braucht Zeit und Mut und Hirnschmalz. Und deshalb glauben wir lieber an ein Erfolgsrezept. Die gute Nachricht ist aber: Für jeden Erfolgsmythos, der nicht funktioniert, gibt es auch einen Schritt zur persönlichen Entwicklung, den man gehen kann. Der ist individuell ganz unterschiedlich, aber das ist dann ein Programm, das tatsächlich funktioniert, weil es eben nicht abgekupfert ist. So, das war die kurze Antwort. Die etwas längere Antwort ist das Buch, das ich über Erfolg und Erfüllung geschrieben habe. (lacht)

 

Und dort haben ja einen drastischen Einstieg gewählt, in dem Sie gleich im ersten Satz beschimpft werden. Der Leser fragt sich ja immer, ob es das wirklich gab.

Rath: Ich kann Ihnen versichern: Das ist ein wörtliches Zitat. Das Ganze hat sich nach einem Essen in kleiner Runde im Rahmen der ITB in Berlin vor einiger Zeit zugetragen. Für mich ist dieses Erlebnis ein gutes Sinnbild dafür, wie Erfolg nicht geht: Wer sich bei den falschen Menschen beliebt machen will, macht sich eher bei den richtigen Menschen unbeliebt.

 

Der Bruder des Erfolgs ist ja der Misserfolg.  Wer seine Einzigartigkeit lebt, kann auch mal daneben liegen. Wie geht man damit um?

Rath: Es hat sich zwar noch niemand nach oben gescheitert – aber wer noch nie auf die Nase gefallen ist, der ist auch nicht wirklich erfolgreich. Genau deshalb habe ich dem Umgang mit Niederlagen ein ganzes Kapitel gewidmet. Sobald man als Persönlichkeit anfängt, seinen eigenen Weg konsequent zu gehen, wird man auch anecken und Enttäuschungen erleben. Wenn man nach einer Niederlage aber noch in den Spiegel schauen kann, weil man sich treu geblieben ist, wird die Niederlage zu einer logischen Konsequenz des Erfolgs. Sie ist dann eher ein Zeichen,  dass man etwas richtig macht. Das ist kontraintuitiv, aber eine wichtige Erfahrung.

 

Sie stellen auch die Frage, wie weit man gehen würde, um erfolgreich zu sein. Wie weit sind Sie persönlich schon einmal gegangen?

Rath: Ich erzähle im Buch davon, wie ich mich einmal der Gattin meines damaligen Arbeitgebers widersetzt habe. Damit habe ich sehenden Auges meine Karriere in diesem Unternehmen an die Wand gefahren. Trotzdem führte kein Weg daran vorbei. Weil ich wusste: Wenn das der Preis für den Erfolg ist, dann ist das nicht die Art von Erfolg, die ich will. Nur deshalb war es möglich, so weit zu gehen.

 

…. War das zu weit?

Rath: Aus Sicht der Karrieristen um mich herum? Definitiv. Ich wurde nicht mehr zum Golfen im Führungskreis eingeladen, und einige Zeit später ging ich freiwillig. Ich wusste, dass diese Tür zu war. Aus meiner Sicht war die Entscheidung gegen den geplanten Erfolg in diesem Unternehmen trotzdem alternativlos. Ich glaube: Wirklich erfolgreich sind wir erst, wenn wir selbst bestimmen, was das bedeutet. rw