Revenue-Management: "Computer-Programme könn...
Revenue-Management

"Computer-Programme können keine Stimmungen erfassen"

HotelPartner
Florian Augustin: Bessere Preisfindung durch das Eingreifen menschlicher Experten
Florian Augustin: Bessere Preisfindung durch das Eingreifen menschlicher Experten

Florian Augustin, CCO beim Tech-Dienstleister HotelPartner spricht mit der ahgz über effektives Preismanagement, das aus seiner Sicht nicht nur auf Datenanalysen und Algorithmen basieren sollte.

WIEN. Roboter und Künstliche Intelligenz sind auf dem Vormarsch. Doch können Sie den Menschen - auch in Managementfragen - wirklich ersetzen? Daran glaubt man selbst bei diversen Tech-Dienstleistern nicht. Bei HotelPartner beispielsweise, das für ein leistungsfähiges Revenue-Management-System mithilfe vielerlei Daten steht, setzt man trotz aller technischen Möglichkeiten, auf die Kombination von Mensch und Maschine. 

"Technologische Lösungen können so programmiert werden, dass sie Reaktionen auf Emotionen sehr gut prognostizieren können, da diese hinreichend erforscht sind. Was Computer-Programme aber nicht können, ist Stimmungen zu erfassen und diese entsprechend zu verarbeiten", sagt Florian Augustin, Chief Commercial Officer (CCO) bei HotelPartner, im Gespräch mit der ahgz. "Niemand kann genau voraussagen, wann unter welchen Umständen welche Stimmung entsteht und wie lange diese anhält. Menschen hingegen können diese Stimmungsschwankungen erkennen und entsprechend vorteilhaft darauf reagieren."

Yielding-Experten greifen mehrfach am Tag ein

Das System von HotelPartner analisiert daher zur Verfügung stehende Daten, wie beispielsweise das Marktumfeld, die individuelle Belegung und außergewöhnliche Spitzen und Events. Daraus werden auch Raten für die einzelnen angeschlossenen Hotels individuell errechnet. Und hier kommt die menschliche Unterstützung ins Spiel: "Diese Preise behalten unsere Trader genau im Auge. Obwohl das Computerprogramm den zu einem Zeitpunkt, unter Einbeziehung aller Faktoren, bestmöglichen Preis für ein Hotelzimmer anzeigt, greifen die Trader aktiv ein, korrigieren den Preis und erreichen damit in den meisten Fällen eine für den Partner noch bessere Preisstellung", berichtet Augustin.

Eingegriffen wird von menschlicher Seite bei HotePartner tatsächlich mehrmals an Tag. "Über den Monat gesehen steigt dadurch der Umsatz unserer Partnerhotels noch mehr, als er das bei einem reinem computergesteuerten Trading machen würde", sagt der CCO, der vor seiner Tätigkeit in dem Tech-Unternehmen unter anderem Praxiserfahrung bei Hotelmarken wie Raffles und Ritz-Carlton gesammelt hat. 

HotelPartner betreut derzeit rund 450 Hotels, davon die meisten im deutschsprachigen Raum. Sie alle haben bei dem Dienstleister einen persönlichen Ansprechpartner, der stets ihre aktuelle Belegung und Raten im Blick hat und beratend zur Seite steht. Deswegen richtet sich der Service insbesondere auch an individuell geführte Hotels, die keinen eigenen Renevue-Manager haben. Dabei teilt HotelPartner seine Angestellten so ein, dass jeder dieser Portfolio Manager verschiedene Hotels betreut, die ganz unterschiedlich sind.  Auch nimmt das Unternehmen bewusst nur eine bgrenzte Anzahl von Partnerhotels je Region/Mikromarkt auf, um seine Strategie nicht gegenseitig zu kannibalisieren und damit zugleich für eine gewisse Exklusivität zu sorgen. red/rk

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