Appell an die Politik

Deutsche Brauer rufen nach Hilfe

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Die Hilferufe aus der Wirtschaft häufen sich: Jetzt habe Deutschlands Brauer zum Megaphon gegriffen, um sich Gehör zu verschaffen
Die Hilferufe aus der Wirtschaft häufen sich: Jetzt habe Deutschlands Brauer zum Megaphon gegriffen, um sich Gehör zu verschaffen

Der Deutsche Brauer-Bund und dessen sechs Regionalverbände fordern energie- und wirtschaftspolitische Weichenstellungen, um weiteren Schaden von den mehr als 1500 Mitgliedsbrauereien abzuwenden.

In einer der schwersten Krisen der heimischen Brauwirtschaft haben die deutschen Brauer einen Hilferuf an die Politik formuliert. In einem offenen Appell mahnen der Deutsche Brauer-Bund und dessen sechs Regionalverbände dringend erforderliche energie- und wirtschaftspolitische Weichenstellungen an, um weiteren Schaden von den durch die Verbände vertretenen über 1500 deutschen Brauereien, weit überwiegend familiengeführte, mittelständische Traditionsbetriebe, abzuwenden.

Es sei "5 vor 12" für Deutschlands Brauer, erheben sie mahnend ihre Stimme und verweisen darauf, dass die Kosten für Strom und Gas explodieren, in der Folge auch die Preise für viele andere Güter in bislang ungekannte Höhen steigen, Lieferketten gestört sind, CO2 kaum noch verfügbar sei.

Gleichzeitig beklagen die Fachverbände der Brauer, dass die Politik in ihren Augen Maßnahmen von fragwürdiger Wirksamkeit ergreift (immer neue teure Hilfspakete) beziehungsweise in einer Phase energiepolitisch irrlichtert ("Gasbeschaffungsumlage"), in der ihres Erachtens alles getan werden muss, den Energieeinsatz für Wirtschaft und Endverbraucher schnell zu verbilligen. 

Vier zentrale Forderungen 

 1.  Eine Deckelung des Gas- und Strompreises 
2. Die ideologiefreie Nutzung aller verfügbaren Energieträger zur Stromerzeugung 
3. Die Senkung oder Aussetzung aller Steuern, Abgaben und Umlagen auf Strom und Gas 
4. Die Aussetzung oder Korrektur der "Merit-Order-Regelung", um deren Einfluss auf den Strompreis auszuschalten

Der Deutsche Brauer-Bund und seine sechs Regionalverbände sehen unter den derzeitigen Bedingungen den Bestand vieler Jahrhunderte alter Traditionsbrauereien gefährdet. Durch ihren gemeinsamen Appell möchte auch sie "einen Beitrag leisten, die Politik für den Ernst der Lage zu sensibilisieren, zu raschem und wirksamem Handeln zu bewegen und damit Unternehmen und Arbeitsplätze in ihrer traditionsreichen Branche zu erhalten". 

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