Management: Die Branche steht unter Strom
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Die Branche steht unter Strom

Lichtblick
Gut gezapft: Gastronomen und Hoteliers bieten ihren Gästen immer öfter auch Elektrotankstellen an
Gut gezapft: Gastronomen und Hoteliers bieten ihren Gästen immer öfter auch Elektrotankstellen an

Immer mehr Hoteliers und Gastronomen bieten ihren Gästen Lademöglichkeiten für ihr Elektro-Fahrzeug an. Worauf zu achten ist.

STUTTGART. „Die Etablierung von Ladesäulen ist vergleichbar mit der Ausbreitung von W-Lan vor rund zehn Jahren“, sagt Tim Scherer, Produktverantwortlicher für Elektromobilität beim Ökostromanbieter Lichtblick. So wie Ladestationen heute, war auch W-Lan anfangs ein zusätzlicher Service in Hotels und Gaststätten, der nur punktuell angeboten wurde. Doch innerhalb kurzer Zeit entwickelte sich die kabellose Internetverbindung zu einem Standard.

„Zurzeit beobachten wir eine dynamische Zunahme von Ladepunkten gerade im Einzelhandel und bei Hotellerie und Gastronomie, da sich diese Unternehmen damit einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Mitbewerbern schaffen wollen“, so Scherer, denn Besitzer von E-Autos würden ihre Fahrten gezielt danach planen, wo sie ihr Fahrzeug zwischendurch aufladen können. Und die Entwicklung könnte 2019 noch an Fahrt gewinnen, schließlich kommt ab 2019 in den Genuss von deutlichen Steuervorteilen, wer ein Elektroauto als Dienstwagen auch privat nutzt: Statt einem Prozent vom Listenpreis, wird nur ein halbes Prozent als geldwerter Vorteil besteuert. Diese drastische Förderung von Elektro- und Hybridfahrzeugen wird nochmals dazu beitragen, dass die Nachfrage nach Ladestationen weiter steigt.

Tim Scherer empfiehlt Hoteliers und Gastronomen deshalb, sich nicht aus Angst vor zu hohen Kosten vom Aufbau einer Ladestation abschrecken zu lassen. Sowohl Einrichtung als auch Betrieb seien viel günstiger und unproblematischer, als viele dächten. Überdies gäbe es auf Bundesebene und in vielen Bundesländern Förderprogramme, mit denen sich die Investitionskosten reduzieren lassen.

So ist eine Ladestation mit 22 Kilowatt (kW) Wechselstrom (beschleunigte Ladung) für die Wandmontage mit zwei Ladepunkten schon für rund 3000 Euro netto zu haben. Kosten in ähnlicher Größenordnung entstehen für den Weg des entsprechend dimensionierten Kabels vom Netzanschlusspunkt im Haus bis zur Ladestation. Gerade wenn dafür Wände durchbohrt oder lange Verlegegräben etwa über einen Parkplatz ausgehoben werden müssen, kann es teuer werden. Der bestehende Netzanschlusspunkt ist übrigens problemlos nachrüstbar. Allerdings muss bei der Einrichtung mehrere Ladepunkte die Genehmigung des lokalen Netzbetreibers eingeholt werden, der gegebenenfalls die zur Verfügung gestellte Leistung erhöht.

Weitere Beispiele und zahlreiche Praxistipps lesen Sie in der kommenden AHGZ.

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