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"Wir wollen uns verstärkt um die Hotelbar kümmern"

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Lars Winking: "Mich treibt eine optimistische Grundhaltung an, der positive Blick nach vorn"
Lars Winking: "Mich treibt eine optimistische Grundhaltung an, der positive Blick nach vorn"

Sky-Business-Chef Lars Winking spricht mit ahgz-Redakteur Christoph Aichele über Marktsegmente, Angebote, Preise und das Engagement für die Gastrofamily.

 Herr Winking, Sie sind seit 1. Juli als Geschäftsführer bei Sky Business unter anderem für die Kunden aus Hotellerie und Gastronomie verantwortlich. Was steht auf Ihrer Agenda? Bei Sky Business bin ich bereits seit 2015 und war dort in den letzten Jahren für Strategie und Marketing verantwortlich. Seit Anfang Juli trage ich die Gesamtverantwortung. Worum es mir und uns geht, ist die kontinuierliche Weiterentwicklung des Angebots und des Geschäfts, auch unter Berücksichtigung inhaltlicher und technologischer Aspekte. Ich möchte auch schauen, wo wir im Geschäftskundenbereich neue Marktsegmente erschließen können – auch außerhalb der klassischen Hotellerie und Gastronomie.

Und intern? Neben der Entwicklung unseres Produkt- und Marktangebots haben wir sicher auch Herausforderungen rund um unser ‚Operating Model‘, also wie wir unser Geschäft betreiben und den Markt bearbeiten. Das beinhaltet im Wesentlichen die Digitalisierung von Kunden-Prozessen. Wir betreiben das B2B-Geschäft seit zehn Jahren als eigene Einheit, nun stehen dort in der Tat Innovationen und Erweiterungen der Infrastruktur ins Haus.

Gibt es neue Vertriebsmodelle und Packages? Wir haben das Angebot sowohl im Bar- als auch im Hotelbereich etwas simplifiziert und verschlankt. Im Barbereich gibt es jetzt zwei Pakete, eines umfasst den gesamten Sport-Content, das andere ebenfalls den Sport-Content, allerdings ohne Fußball-Bundesliga. Die Champions League decken wir in beiden Paketen durch eine Kooperation mit Amazon ab. Im Hotelbereich haben wir jetzt ebenfalls zwei Pakete, eines mit dem gesamten Entertainment- und Sportangebot, eines mit dem Cinema-Angebot, also Kino-Blockbustern, on top.

Es gibt auch ein neues Angebot für Hoteliers... In der Tat wollen wir uns verstärkt um die Hotelbar kümmern. In der Vergangenheit konnte diese nur bespielt werden, wenn der Hotelier auch Sky auf den Zimmern hatte. Nun gibt es ein neues Angebot speziell für die Hotelbar. Ich denke, das ist eine klassische Win-win-Situation, denn mit dem Sky-Angebot gibt es auch mehr Frequenz und Umsatz an der Bar.

Alles wird teurer. Planen Sie Preiserhöhungen? Im Zuge der Neuerungen haben wir die Preise nicht erhöht. Im Gegenteil: Für kleinflächige Gastronomien, also etwa Eckkneipen, haben wir die Preise sogar gesenkt. Wir planen aktuell auch keine Preiserhöhungen. Aber natürlich müssen wir das Gesamtszenario im Blick behalten – Stichworte Corona, Ukrainekrieg, Inflation.
„Die Menschen wollen Sportereignisse zusammen erleben.“
Lars Winking

Mit welchen Angebots-Highlights werben Sie in diesem Jahr? Wir sind die Heimat der Ersten und Zweiten Bundesliga mit dem Top-Spiel am Samstagabend. Für den Barbereich ist die Partnerschaft mit Amazon spannend, wir zeigen jeden Dienstag ein Top-Spiel, oft mit Bayern oder Dortmund. DFB-Pokal, Premier League und Formel 1 sind weitere Highlights. Neu sind acht Sportkanäle, die rund um die Uhr laufen, darunter der Highlight-Sender Sky Sport Top Event – das ist quasi ein Dauerprogramm für sportaffine Gäste. Schließlich gibt es noch die Kooperation mit Dazn, durch die unsere Kunden die Inhalte von Dazn mit einem Zusatzvertrag dazubuchen können.

Wie ist eigentlich die Marktdurchdringung von Sky? Wir haben nach wie vor eine starke Marktpräsenz – sowohl in der Hotellerie als auch im Barbereich. Bei beiden haben wir stark zweistellige Marktanteile, in der klassischen Hotellerie dabei noch etwas mehr als in der getränkelastigen Gastronomie. Natürlich hat aber Corona auch unserem Geschäft geschadet.

Sind mobile Devices eine Konkurrenz für stationäre Angebote? Das haben wir so noch nicht festgestellt, ist aber ein interessanter Aspekt. Grundsätzlich denke ich, dass jetzt, speziell nach Corona und den Lockdowns, das Bedürfnis nach Gemeinsamkeit sehr ausgeprägt ist. Die Menschen wollen Sportereignisse zusammen erleben. Davon profitieren auch unsere Kunden aus der Gastronomie.

Inwiefern ist Sky beim Technik-Support aktiv? Wir haben ein Servicecenter für technische Anfragen und Lösungen. In der Bar ist die Installation von Sky in der Regel kein Problem. Im Hotelbereich, wo der Aufwand ja etwas größer ist, arbeiten die Kunden gern mit eigenen Dienstleistern zusammen.

Events rund um Sportereignisse, diese Kombination ist für die Gastronomie ein interessanter Umsatzbringer. Was bieten Sie Ihren Kunden? Wir haben festgestellt, dass viele Gastronomen sehr kreativ sind, wenn es um die Gestaltung des Programms geht. Wir liefern dafür spezielle Werbemittel – Leuchtkästen, Bierdeckel, Gehwegaufsteller, Kreidetafeln und manches mehr. In den vergangenen Jahren haben wir uns zudem mit digitalem Marketing-Support engagiert. Dafür haben wir unter anderem Checklisten, Clips und Webinare ins Netz gestellt.
„Gastrofamily – die Idee hat uns sofort überzeugt.“
Lars Winking

In der Vergangenheit war der Abo-Betrug ein Thema, mit dem sich frühere Geschäftsführer beschäftigen mussten … Das bleibt ein Thema. Es ist einfach kein Kavaliersdelikt, wenn Privatkundentarife gewerblich genutzt werden. Und es ist unfair den vielen ehrlichen Kunden gegenüber, die korrekt zahlen. Das werden wir weiter verfolgen und zur Anzeige bringen.

Sie engagieren sich bei der Gastrofamily, einer bundesweiten Kampagne für das Gastro-Image und für Jobs in der Gastronomie. Wie kam es dazu? Wir sind während der Coronakrise in intensiven Kontakt mit dem Leaders Club gekommen, der ja hinter der Initiative steht. Die Idee hat uns sofort überzeugt – jetzt zeigen wir die Spots kostenlos auf vielen unserer Sender.

Wie sieht Ihr Blick auf die Zukunft der Branche aus? Es ist ein Blick in die Glaskugel – mit Unwägbarkeiten. Was wird mit Corona? Wie steht es um die Inflation? Gibt es Entspannung bei der Personal-Misere? Mich treibt aber eine optimistische Grundhaltung an, der positive Blick nach vorn, der Wille, mit kreativen Ideen voranzugehen. Und ich treffe viele Gastronomen, die das genauso sehen. Ich hoffe auf ein wachsendes, pulsierendes Gastronomie-Umfeld – geschäftlich und persönlich.

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