Hotelwäsche: Wissen, wo das Handtuch herkommt
Hotelwäsche

Wissen, wo das Handtuch herkommt

Admiral Frotteewaren
Alles klar: Die Herkunft dieses Stücks ist eindeutig
Alles klar: Die Herkunft dieses Stücks ist eindeutig

Hotelwäsche soll nicht nur leicht zu behandeln sein, sondern auch nachverfolgbar. Digitale Technik zieht deshalb auch in die Textilkennzeichnung ein.

„Viele Wäschereien und auch immer mehr Kunden wünschen derzeit, dass ihre Wäsche gekennzeichnet wird“, beobachtet Cindy Herrmann, Sales Managerin bei Admiral. Die Gründe dafür sind vielfach: „Die Wäsche muss auch von externen Mitarbeitern korrekt an ihren Platz sortiert werden können und eine sehr schnelle optische Aufbereitung im Zimmer ermöglichen. Die Textilien sollten deshalb so gut wie möglich präpariert sein.“ So erleichtern beispielsweise verschiedenfarbige Kenn- und Ziersäume sowie die Berücksichtigung von Webkanten bei Bettwäsche und Laken das Handling erheblich, weil sie dem Team sichtbar vorgeben, wo beim Wäschestück „oben und unten“ ist.

„Je nachdem, um welche Art der Textilien es sich handelt, lassen sich verschiedene Kennzeichnungsmethoden anwenden“, erläutert Heribert Klostermann, Inhaber von Ekaha Klostermann. „Dazu ist es erforderlich, gemeinsam mit dem Kunden ein passgenaues Konzept der Wäschekennzeichnung festzulegen.“ Zu den gängigsten Kennzeichnungsarten bei der Flachwäsche gehören Textiltransfers. Dabei werden schmückende Namenszüge oder Logos ein- oder mehrfarbig in die Textilie eingedruckt, eine bis 95 Grad waschbare, reinigungsstabile und lebenslange Lösung. Alternativ empfiehlt sich für Textilien und Frotteewaren das Anbringen von sogenannten Patchetiketten: Sie lassen bei Bedarf wieder aus den Textilien entfernen.

Doch auch das digitale Zeitalter ist in die Textilkennzeichnung eingezogen: Zu den zukunftsweisenden Kennzeichnungsmethoden, insbesondere bei Leasingwäsche, gehört die RFID-Technologie. Hierbei werden auf einem winzigen Chip, der in das Wäschestück eingepatcht wird, sämtliche relevanten Daten elektronisch hinterlegt. Die Auslesung erfolgt per Scanner bzw. Lesegerät. Der wirtschaftliche Vorteil: Kosten können auf diese Weise eindeutig zugeordnet werden. Denn mit Hilfe des Chips ist feststellbar, welche Abteilung im Haus wie viel Wäsche und somit Wäschereikosten verursacht. Somit wird eine genaue und schnelle Übersicht hinsichtlich des Preises, Anschaffungszeitpunkts, Anzahl der Waschgänge, Veränderungen an der Textilie sowie letztlich eine exakte Inventur möglich.

„Im Fall einer Corona-Infektion könnte man mit dieser Technologie nicht nur die vom infizierten Gast benutzten Wäschestücke identifizieren, sondern auch den Infektionswäschesack kennzeichnen, der dann in der Wäscherei speziell maschinell geöffnet wird“, erläutert Riccardo Mazzolini, General Manager von Datamars Textile ID. „Allerdings braucht es für ein wirklich funktionierendes Tracking viele Messpunkte“, gibt Marc Bayer, Commercial Director bei Blycolin, zu bedenken. „Eine gute Software, und Erfassungspunkte beim Ein- und -ausgang der Textilien aus dem Hotel sind das A und O.“ Im Moment rechnet sich das vor allem für Hotelketten – doch der Schritt in die Digitalisierung ist getan.

stats