Zulieferer: Gerolsteiner wächst gegen den Tre...
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Gerolsteiner wächst gegen den Trend

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Gerolsteiner: Nur auf Wasser will man sich nicht mehr verlassen
Gerolsteiner: Nur auf Wasser will man sich nicht mehr verlassen

Erklärtes Ziel von Gerolsteiner-Chef Roel Annega ist es, die Erfrischungsgetränke zum zweiten Standbein zu machen.

Das Geschäft mit Mineralwasser steht weiter unter Druck – und damit auch die Brunnen. Ein maßgeblicher Grund sind die Sprudler von Sodastream und vergleichbare Lösungen im gastgewerblichen Bereich, die zunehmend an Zuspruch gewinnen. Im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten allerdings kann sich der Marktführer Gerolsteiner im laufenden Jahr vom Negativtrend abkoppeln.

Auch die Flutkatastrophe im Juli, die Teile des Unternehmens in der Vulkaneifel traf und die Logistik bis heute beeinträchtigt, hat das Wachstum nicht gestoppt. Während der Umsatz mit Mineralwasser im Handel in den vergangenen zwölf Monaten bis Ende September laut Marktforscher Nielsen um 4 Prozent auf 2,8 Mrd. Euro sank, hat Gerolsteiner um 1,5 Prozent zugelegt. Das Unternehmen baute zudem seinen Marktanteil aus – um 0,6 Prozentpunkte auf nun 10,1 Prozent.

Zwar bleibt Wasser das Kerngeschäft des Brunnens, der vergangenes Jahr einen Nettoumsatz von 291 Mio. Euro erzielte. Doch erklärtes Ziel von Gerolsteiner-Chef Roel Annega ist es, die Erfrischungsgetränke zum zweiten Standbein zu machen. Annega macht keinen Hehl daraus, dass das Unternehmen in diesem Segment bislang „unterdurchschnittlich“ abgeschnitten habe.

Bei überschaubaren 4 Prozent vom Absatz soll es künftig nicht mehr bleiben. „Wir sind deutlich ambitionierter“, so Annega, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Dabei sollen unter anderem eine Überarbeitung des Sortiments sowie der Einstieg in den wachsenden Markt kalter Teegetränke helfen. In dem Segment will Gerolsteiner ab April 2022 mit zwei Varianten mitmischen.

Zur Gastronomie: Hier spürt das Unternehmen eigenen Angaben zufolge die negativen Folgen der Corona-Pandemie. Schnelle Besserung erwartet Roel Annega nicht: „Wir gehen davon aus, dass es bis 2025 dauern kann, bis sich die Lage in diesem Bereich wieder normalisiert.“ Autor: Jens Holst

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